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Aesthetics of Therapeutic Relationship

Goal: Exploring the aesthetic dimensions of the therapeutic relationship

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Peter Sinapius
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Vortrag auf dem 4. Symposium KunstTherapie in der Altenarbeit: „Depression im Alter – die kunsttherapeutischen Möglichkeiten“, Kleinburgwedel: „Das Vergnügen traurig zu sein – Schwermut, Sehnsucht, Kunst“.
Glück ist nicht gleich Glück. Im Englischen haben wir für das, was damit gemeint sein kann, die Begriffe „luck“ und „happiness“. „Luck“ ist das Glück, dass mich trifft, das Schicksal, das mich aber nicht unbedingt „happy“, glücklich, machen muss. Glück kann sowohl ein Ereignis sein als auch ein individueller Zustand. Zwischen beiden Formen des Glücks wird umgangssprachlich nicht immer differenziert, obgleich es möglich ist, dass ich glücklich bin, auch wenn ich kein Glück habe und umgekehrt. Ich werde im Folgenden das Wort Glück in seiner Doppeldeutigkeit gebrauchen, weil damit gleichzeitig sein Spannungsfeld angedeutet ist, in dem es sich bewegt: Zwischen dem Gefühl von Glück und dem Glück, das mir widerfährt. In diesem Spannungsfeld werde ich den Spuren des Glücks folgen, die es hinterlässt und dabei jenen Momenten begegnen, in denen das Glück, das ich empfinde, mit dem Glück, das mir widerfährt, zusammenfällt - oder auch nicht.
Peter Sinapius
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Exploring the aesthetic dimensions of the therapeutic relationship
 
Peter Sinapius
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In my doctoral thesis I examined the connection between reality and sensory perception and its significance for everyday life, art and therapy (Sinapius 2010). Above all I am interested in that area of sensory perception, which opens up the aesthetics. In this case, the linguistic, conceptual way of getting knowledge about something is not as relevant as the sensory one. The motive and starting point for my investigation were my experiences in my own therapeutic practice.
„Arts in Social Transformation“ ist das Leitthema der vorliegenden Aufsatzsammlung, die einen Beitrag leistet zur Theoriebildung der künstlerischen Praxis in sozialen Bereichen: in Schulen, im Stadtteil, in Museen, mit alten Menschen, mit Kindern, in internationalen Projekten. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln geht der Autor der Frage nach, wie eine kunstorientierte Arbeit soziale Veränderungsprozesse unterstützen oder gar auslösen kann: Können soziale Beziehungen ästhetisch sein? Macht Kunst „glücklich“? Wirkt sich künstlerisches Handeln auf die Gestaltung unserer Lebenswirklichkeit aus? Verändert die künstlerische Praxis unser Wahrnehmen und Handeln im Alltag? Beeinflusst sie unsere Kommunikation?
Kern der vorliegenden Dissertation ist eine phänomenologische Studie, die den Zusammenhang zwischen ästhetischen Handlungen und der therapeutischen Beziehung in der künstlerischen Therapiepraxis untersucht. Die theoretischen Bezugspunkte der Studie sind die Philosophie der Ästhetik und die Dialogphilosophie. Der Studie zugrunde liegen neun narrative Interviews mit Therapeutinnen, die angelehnt an den erkenntnisgenerierenden Forschungsstil der Grounded Theory qualitativ ausgewertet wurden. Aus den Interviews konnten vier Schlüsselkategorien erschlossen werden, die verschiedene Sequenzen aus der therapeutischen Praxis als ästhetische Figuren beschreiben: - das Tänzerische, das sich auf das Abspüren von Nähe und Distanz sowie das Ausloten der räumlichen und dynamischen Bedingungen der Therapie bezieht, - das Musikalische, das ein feines Abstimmungsverhalten zwischen Therapeut und Patient beschreibt, - das Symbolische, das das Thema der wechselseitigen Interaktion in der Therapie betrifft: eine Geschichte, eine Melodie, ein Bild oder eine inszenierte Handlung und - das Poetische, das den Moment in der Therapie bezeichnet, in dem unvermittelt etwas Neues und Unvorhergesehenes auftaucht. Die ästhetischen Dimensionen der Beziehungsgestaltung werden in eine Phänomenologie der therapeutischen Beziehung integriert und als therapeutisch wirksam und bedeutsam begründet.
Peter Sinapius
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In dem Musikvideo «Turnpike» der belgischen Rockband dEUS (1996) spazieren 2 Männer durch Paris. Wohl wissend, dass sein Partner ab und zu verrückte Dinge macht, beruhigt der ältere der beiden Männer irritierte Passanten oder Autofahrer, während der jüngere plötzlich, ohne Vorwarnung und weit ausladend auf die Straße oder zwischen die vorbeifahrenden Autos springt oder wild gestikulierend mit Passanten interagiert. Es ist Sam Louwyck, ein Tänzer, der die Bewegungen von Tourette- Kranken studiert hat. Der belgische Choreograf Alain Platel hat in diesem Video aus dem Jahre 1996 das ästhetische Material für seine Choreografien gefunden: Das ist „ein Kunstwerk“, so sagt er in einem Interview, „weil hier Kunst und Krankheit, beide, endlich souverän sind.“ Die Bewegungen von Nervenkranken nutzt er seither als Anschauungsmaterial für seine Tänzer: „Ich habe mich anfangs geschämt,“ so sagt er, „meinen Tänzern Filme von Nervenkranken zu zeigen. Doch sie sehen gar nicht das Kranke, sondern empfinden diese Menschen als übersensibel, die mit dem Körper verrückte Sachen anstellen, weil sie es mit Worten nicht ausdrücken können. Das lässt sie so zerbrechlich, auch intim erscheinen. Das motiviert vor allem Tänzer, die nicht Theater spielen wollen, sondern ganz real tanzen. Es geht ihnen um die Souveränität des Körpers, und gerade ein Körper, der krank ist, zeigt, wie souverän er ist.“ (Wesemann 2009, 56) Die Perspektive, die hier eingenommen wird, mag zunächst ungewöhnlich erscheinen. Der Begriff Souveränität zielt hier nicht auf kognitiv gesteuerte Handlungen, sondern auf das leibliche Ausdrucksvermögen. Dem Kranken werden schöpferische Fähigkeiten zugesprochen, von denen der Gesunde lernen kann. Neurologische Krankheiten wie das Tourette- Syndrom werden ja mit einem Verlust an Fähigkeiten in Verbindung gebracht, die auf ein Hirnleistungsdefizit zurückzuführen sind. Ein Zugewinn an schöpferischen Fähigkeiten wird man unter diesem Blickwinkel zunächst nicht erwarten. Das gilt allerdings nur, wenn schöpferische Fähigkeiten in erster Linie mit kognitiven Prozessen in einen Zusammenhang gebracht werden, die mit Leistungen unseres Gehirns in Verbindung stehen. Dann muss der Körper wie ein Anhängsel an das Gehirn erscheinen, dem er nicht mehr zu folgen vermag. Dass das nicht stimmt, zeigen die besonderen Begabungen von Patienten, die an einem Tourette- Syndrom leiden. Sie sind, wie Oliver Sachs (2009) in seinen Berichten zeigt, oft sehr einfallsreich und verfügen über eine ausgesprochen hohe Reaktionsfähigkeit und Schlagfertigkeit. Offenbar vermag sich eine Krankheit in künstlerischen Gestaltungen nicht nur als Defizit zeigen, sondern auch als Ressource und in diesem Fall als tänzerische Bewegung oder ästhetische Geste.
Wenn in der Kunsttherapie über Bilder gesprochen wird, wird häufig davon ausgegangen, dass sie sich sprachlich erschließen lassen: Etwas steht für etwas oder bedeutet etwas. Die Verbindung zwischen Bild und Sprache, die dabei vorausgesetzt wird, ist mit den Entwicklungen in den Bild- und Medienwissenschaften in den letzten Jahrzehnten gewaltig ins Wanken geraten. Der wissenschaftliche Diskurs geht inzwischen weniger darum, was Bilder repräsentieren, als darum, wie sie sich realisieren und was sie bewirken, welche Funktion sie haben und wie wir mit ihnen umgehen. An die Stelle der Frage, mit der Gottfried Boehm (1994) den iconic turn einleitete: Was ist ein Bild?, sind Fragen getreten wie: Welchen Einfluss hat der Kontext, in dem ein Bild erscheint, auf die Bildrezeption? (Huber 2004), Wie werden Bilder wahrgenommen? (Schürmann 2008), Worin besteht die Wirkkraft von Bildern? (Bredekamp 2010), Was will das Bild? (Mitchell 2005, 2008), Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Bildern und Handlungen? (Seja 2009). Die Beschäftigung mit diesen Fragen folgte der Performativen Wende in den Kulturwissenschaften (Fischer-Lichte 2004, Mersch 2002), vollzog sich parallel zu der Debatte über die „Ästhetische Erfahrung“ in der Ästhetik (Deines 2013) und führte schließlich auch zu einem Diskurs über den Umgang mit Bildern in der Kunsttherapie (vgl. u.a. Sinapius 2010a, Titze 2012). Dabei wurde Bildern das Vermögen zugesprochen, nicht nur symbolischer Ausdruck für intrapsychische oder biografische Inhalte zu sein, die sich sprachlich artikulieren lassen, sondern auch Ursprung unmittelbarer ästhetischer Erfahrungen, die Ausgangspunkt für individuelle oder soziale Entwicklungs- und Veränderungsprozesse sein können (vgl. u.a. Niederreiter 2008, Kaplan 2007, Sinapius 2013). Gleichzeitig wurde damit die Ästhetik als eine zentrale Bezugswissenschaft für die Kunsttherapie eingeführt und damit die Möglichkeit eröffnet, eine kunstbasierte Ausrichtung der Kunsttherapie theoretisch von dieser Seite her zu fundieren. Unter diesen Voraussetzungen werde ich im Folgenden untersuchen, welche Funktion Bilder in der Kunsttherapie haben können. Um dafür Anhaltspunkte zu gewinnen, sollen die zwei Seiten beleuchtet werden, die Bilderfahrungen bestimmen: Bildproduktion und Bildrezeption. Zunächst soll skizziert werden, welche Wendung sich im Umgang mit Bildern in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts vollzogen hat und wie dabei an die Stelle eines vornehmlich am Gegenständlichen orientierten und sprachanalog verstandenen Bildbegriffs ein Verständnis getreten ist, das Bilder als Ergebnis prozesshafter Vollzüge auffasst. Sodann sollen beispielhaft die kontextuellen Bedingungen beleuchtet werden, die mit der Rezeption von Bildern verbunden sind, um zu erkunden, inwiefern sie Einfluss haben auf das, was wir wahrnehmen. Und schließlich soll der Versuch unternommen werden, die gewonnenen Erkenntnisse auf den Umgang mit Bildern in der Kunsttherapie zu beziehen.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, was „die Kunst“ in der Kunsttherapie macht und untersucht in diesem Zusammenhang vier Hypothesen auf ihre Stichhaltigkeit: 1. Kunsttherapeutisches Handeln ist kunstanaloges Handeln. Die Kunst in der Kunsttherapie folgt nicht den Regeln des Kunstsystems. 2. Wer sich künstlerisch betätigt, ob innerhalb oder außerhalb des Kunstsystems, sieht die Welt mit anderen Augen, hört sie mit anderen Ohren, bewegt sich in ihr mit anderen Intentionen. 3. Wo die künstlerische Praxis anfängt, geht das Leben (anders) weiter. 4. Die kunsttherapeutische Praxis ist ein Modell für ein gutes Leben im Sinne einer gelingenden Weltbeziehung. Die kunsttherapeutische Praxis wird unter diesen 4 Gesichtspunkten aus philosophischer, medientheoretischer, systemischer und soziologischer Perspektive beleuchtet und damit die Schnittstelle aufgesucht, an der Kunsttherapie stattfindet: die Schnittstelle zwischen Kunst und Leben.
Peter Sinapius
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Das Wort „Beziehung“ steht für eine wechselseitige Verbindung oder einen inne- ren Zusammenhang. Wir nutzen es um unser Verhältnis zu anderen Menschen zu bezeichnen. Es ist zentrales Thema unzähliger Diskurse, bei denen es um das menschliche Miteinander geht. Das wird dann Beziehungsarbeit genannt. Nicht selten enden solche Diskurse ergebnislos. Mit ihnen kommt die Beziehung als ein riesengroßes Problem und als Last auf uns zu. Sie ist aber in Wirklichkeit ein Geschenk.
Peter Sinapius
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Vortrag auf dem Symposion “Therapeutische Allianzen” auf Kampnagel in Hamburg am 02. November 2014 im Zusammenhang mit dem Ausstellungsprojekt “Krankheit als Metapher – Das Irre im Garten der Arten”.
Peter Sinapius
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Im Folgenden soll der Versuch gemacht werden, die therapeutische Beziehung transdisziplinär aus der Perspektive der Ästhetik und der Dialogphilosophie zu beleuchten. Dabei stellt sich zunächst die Frage, wie sich vorgegebene Rollen in der Therapie, die die therapeutische Beziehung in einer bestimmten Weise strukturieren, zu einer dialogi- schen Beziehung verhalten.