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Inklusion ist gut, keine Frage. Wer wollte bestreiten, dass eine Gesellschaft, die exkludiert und diskriminiert, nicht moralisch problematisch ist – und zudem ineffizient, dysfunktional? Den begrifflichen Problem, die dennoch bestehen, widmet sich der Aufsatz.
Der Vortrag behandelt insbesondere die Metrik Klopstocks. Online unter: http://martinhainz.at/Klopstock%20%E2%80%93%20Initien%20und%20Exerzitien.mp4
ph publico, Heft 8: 100 Jahre Burgenland, 100 Jahre Pädagog_innenbildung. https://www.ph-burgenland.at/fileadmin/user_upload/Forschung/Forschungsergebnisse/ph_publico/phpublico_2021_08.pdf
Eine Lektüre zu Paul Celan und/mit Yoko Tawada.
PowerPoint zu meinem Vortrag im Rahmen der von mir konzipierten und von der PH Burgenland mit dem Jüdischen Museum Eisenstadt ausgerichteten Celan-Tagung am 12.11.2020 (Registrierung: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZEudO-sqz8uHNHQKL-kRKb9NH0mDSRwcMeP).
Der Aufsatz behandelt die Frage, inwiefern Missverständnisse zur Kanonisierung Paul Celans, Rose Ausländers und Mascha Kalékos beigetragen haben mögen.
Vortrag, München (LMU und Lyrik-Kabinett), 9.10.2020.
Zu Fragen von (Vor-)Wissenschaftlichkeit und ihren Begrifflichkeiten in der Schule.
Zu Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern".
Review zu Hansen, Die Wittgenstein-Dekomposition 2.
REVIEW: Kiefer, Sebastian, Parodie und Totalität. Studien zu Reinhard Priessnitz' »vierundvierzig gedichte«. – Klagenfurt: Ritter Verlag, 2018. In: Germanistik, 60 (2019) · 3/4, pp.1080-1081, #8379.
Besprechung von Polt-Heinzl, Evelyne, Die grauen Jahre. Österreichische Literatur nach 1945. Mythen, Legenden, Lügen. – Wien: Sonderzahl, 2018. In: Germanistik, 60 (2019) · 3/4, pp.1022-1023, #7841.
Drei neue Rezensionen für das JAS: * Friederike Felicitas Günther, Grenzgänge zum Anorganischen bei Rilke und Celan. In: Journal of Austrian Studies, vol. 52 · n°4, Winter 2019, pp.101-104. * Leslie Morris, The Translated Jew. In: Journal of Austrian Studies, vol. 52 · n°4, Winter 2019, pp.129-131. * Roland Innerhofer, Matthias Meyer und Stefan Winterstein, Hrsg., Keime fundamentaler Irrtümer. In: Journal of Austrian Studies, vol. 52 · n°4, Winter 2019, pp.117-119.
Ich bewundere Alexander Kluge. Ich bewundere, was Joseph Vogl gleich zu Beginn eines der beiden neuen Gesprächsbände Kluges "Navigationsfähigkeit" nennt, die seine Gespräche-und all seine Texte haben etwas von einem Gespräch-auszeichnet. Diese Texte sind dabei Unterhaltungen und Unterhandlungen über Geschehenes, und zwar über die Auffassungen, die durch ein Ereignis (seine "Eventualität") hervorgebracht werden oder die selbst ein Ereignis hervorbringen.Sie bieten also nicht einfach den Zugriff des gesunden Menschenverstandes, der auch nicht zu verachten ist, dem es aber mindestens an jener Tiefenschärfe fehlt, die hier entwickelt wird: wenn nämlich im Gespräch das Interpretament, das einer kolportierten Situation und Handlung zugrunde gelegen haben mag, seinerseits gedeutet und dann auch noch diese Deutung im Dialog verhandelt wird. Und "manchmal wird man damit so weit gebracht, Dinge zu erzählen, die man bis dahin selbst noch nicht wusste", wie Vogl sagt. Das gelingt Kluge mit diesen beiden Gesprächspartnern verlässlich. Sowohl mit dem Literatur-und Kulturwissenschaftler Joseph Vogl als auch mit dem Juristen und Schriftsteller Ferdinand Schirach führte er schon in der Vergangenheit Dialoge, die in Buchform vorliegen: Soll und Haben mit Vogl, mit Schirach Die Herzlichkeit der Vernunft. Dabei ist Vogl jener, der mehr in die Gesprächsführung einzugreifen scheint, beide stellen hier Fragen, beide nötigen einander bündige Formulierungen, doch auch relevante Umwege ab, jedenfalls da, wo Vogl nicht Thesen seiner Arbeiten referiert, etwa aus Der Souveränitätseffekt, wenn es um "Machttechnologien" geht. Aber auch Schirach, der oft in der Rolle des Anwalts die Hypothesen Kluges bestätigt, ist ein starkes Gegenüber. Kluge also verhandelt, denn er mag das bloße Meinen nicht: Liest man seine Gedanken zum Virus, ahnt man, warum das so ist: Beide, Doxa und Corona, sind "Bruchstücke von Intelligenz". Beide hinterlassen "ein Loch in der Wirklichkeit", wie Vogl im assoziationsreichen Austausch über die Wirtschaftskrise formuliert. In beidem ist der Mensch der "Zwerg seiner eigenen Verhältnisse". Dagegen steht der Text als Echolot, das Gespräch wird, oder das Gespräch, das Echolot wird, ähnlich einer Fledermaus: "Alle Menschen sind Fledermäuse in diesem Sinn", wie Kluge bemerkt-der dieses Bild übrigens schon früher gebrauchte, und zwar für Walter Benjamin-, um dann auf das Potential dessen, was diese Fledermäuse zu leisten vermögen, noch so einzugehen: "Die Staatsgeheimnisse stehen alle im Wirtschaftsteil der F.A.Z."… Das Virus drohe die Gesprächskultur zu zerstören, eine engstirnige Bekämpfung von Corona separiere die Gesellschaft in biologische Einheiten und Hausstände. Auf Kluges Vorschlag, man solle die Gültigkeit auch anderer "Verwandtschaften" als der familiären reklamieren, erwidert Schirach: "Es dürfte schwer werden, einen Polizisten davon zu überzeugen, dass Geistesverwandtschaft das Gleiche ist wie ein gemeinsamer Hausstand." Dass das Virus das Soziale in Frage stellt, ist das Hauptthema der beiden Dialoge mit Schirach: "Trotzdem" gebe es das Gespräch, so sagt schon der Titel. Aufgrund der Anlage der Texte, der Dynamik der Assoziationen, ist es allerdings nicht immer leicht anzugeben, was die Themen der Improvisationen sind. Kluge beschreibt etwa die Eingriffe in Grundrechte und kommt dabei auf die schwankende Expertise, die alle Wissenschaft kennt. Schirach solle sich vorstellen, er sei der Bundeskanzler. Was würde er dann beschließen, wenn etwa drei Virologen drei verschiedene Modelle als richtig beurteilen, nämlich "alles herunter[zu]fahren", "möglichst viele Menschen [… zu] infizieren" oder es mit Öffnungen und Schließungen zu versuchen, mit einer "Art Stotterbremse für das öffentliche Leben". In diesem Zusammenhang kommt Schirach auf sein Stück Terror zu sprechen, weil es auch da um Entscheidungsgewalt geht, aber doch in einer anderen Konstellation.
––> https://www.ph-burgenland.at/fileadmin/user_upload/Forschung/Forschungsergebnisse/ph_publico/phpublico_2020_04.pdf.
Der Vortrag untersucht Mascha Kalékos Werk und Rezeption.
Michael Köhlmeier is a speaker for those who lack a voice. This also implies talking to those who are to be blamed for pretending to be mute – and it results in the imperative to take a stand against such a wrong attitude. However, right-wing populism seems to ignore the implications of language; henceforth Köhlmeier has to address them in a way that shows the reasons they refuse to listen: the populists’ inherent lack of responsibility. He shows why he refuses to accept what they do and keeps talking to them because of the difference between the populist and himself, nonetheless offering a dialogue.
Re-Lektüre des Satzes Chilons in der Kolportage Diogenes Laertios' (I·70) in Kontext der Rede über/für Tote bzw. mit Toten u.a. bei Celan.
Aufsatz zu Tanpinar und zur Modernität seines Werks, hier die deutsche Fassung zur erschienen Übersetzung.
Review of Peter Waldmann, Wie Fremde Fremde sehen. Selbstreflexion und Selbstverortung jüdischer Identität in der Literatur.
Stefan Zweig als (Post-)Kakanier.
Danksagungen ist es eigentümlich, nicht primär zu danken, sondern zu rechtfertigen, inwiefern man gewissermaßen objektiv preiswürdig ist, um der in der Aufklärung geborenen Dichotomie Rechnung zu tragen, wonach eigentliche Kunst einerseits und Auftrags- und Lohnkunst andererseits grundverschieden seien.
Objects are to some extent the result of them being viewed. Two eyes are the evident co-existence of aspects: they are able to see that which is not the point. The point, according to Hegel, would be something inexistent were it not for that relation to space of which it is the negation. Musil has described the way one looks at a point/spot, i.e. the way one actu­ally does not do so – staring at something as if. The eyeballs are shivering: text might be the continous, faithfully making of changes, a shivering of the eyes of the text.
Whenever God turns to mankind, it is hard to imagine his grace and mercy as being free from condescension. At least, that is within all too human categories, which would see such a movement as a flamboyantly arrogant gesture to 'reveal' (or 'demonstrate') the Lord's wisdom and grace. The descensus is characterized by this ambivalence. It is not represented in the Holy Bible. Its description can only be found in apocryphal texts, while the canon offers nothing but analogies (e. g. the crashing of a door). However, this paradigmatic voyage, as problematic as it is dramatic, informed a number of literary works. It became the dispositif of early travels and their reports.
Die Anders- oder Fremdheit ist von Rose Ausländer schon mit dem offenbar nicht ungern angenommenen und nach der Scheidung von Ignaz Ausländer beibehaltenen Namen eine Herausforderung, die von ihr akzeptiert ist. Zugleich bleibt dieses Fremde in ihren poetischen Figurationen fremd, wird nicht vereinnahmt. Sie entdeckt es schließlich vor allem im Ureigenen - Rose Ausländer ist am wenigsten heimatlich und findet das diskrete Andere besonders dort, wo ihre Heimatlosigkeit vordergründig nicht Thema ist, (er)findet das Andere durch eine Vernunft, die genuin textuelles Vermögen ist.
A province is what an empire gains. But any space that is claimed to be a possession and part of a cosmos has its status because of matters of power. The whole empire is therefore a possession and a kind of a province. On the other hand a province is something that has not been integrated - it is not part of the empire claiming to have rights upon that space, it is rather a resource of the empire. Chernivtsi shows that multiplying this provincialism is a state of the transcendence of a province; it is metropolitan. Thus the provinces and colonies are keeping the legacy of empires.
Franz Kafkas Name ist mit Konzepten einer grausamen Metaphysik verbunden, die keine Auswege kennt — jedenfalls wird sein Name mit derlei — das sogar kafkaesk genannt wird — fest assoziiert. Kafkas sadistisch-zwanghafte Welten haben also gleichermaßen fasziniert und abgestoßen; so Günther Anders, er hat, als Kafka noch kaum bekannt war, darum zukünftige Leser vor Kafka gewarnt und in seinen brillanten Analysen eine Gefahr der Texte sichtbar gemacht. Dieses Werk nämlich handelt von einem Gott, dessen Absenz nur zu wünschen wäre, einem Gott, der seine Kreaturen Pläne zu befolgen prädeterminiert, deren Erfüllbarkeit ausgeschlossen scheint — nein: ist.
Rose Ausländer-Lektüren und Überlegungen, u.a. mit Adorno, Lyotard, Szondi und Derrida. https://www.degruyter.com/view/product/38443
Die Bukowina wie ihre Haupstadt Czernowitz werden gerne als Paradigma und Utopie des multikulturellen Miteinanders verstanden. Die Fakten legen eine andere Konstellation nahe, nämlich kulturellen Reichtum von Stadt und Region aufgrund des Neben- und Gegeneinanders - im Bewusstsein, dass diese Differenzen eine Ressource für Vernunft im Umgang mit dem Eigentlichen von Kultur ist, nämlich um deren Uneigentlichkeit und die Fähigkeit sowie den "impératif de la résponse" (J. Derrida) zu wissen. Text ist online: http://www.kakanien-revisited.at/beitr/fallstudie/MHainz1.pdf.
Sacher-Masoch is unjustly forgotten. Krafft-Ebing reduced his staging to a syndrome, and his writing is thought to be more obscene than that of the Marquis de Sade, though neither is, in the first instance, pornographic. Both of them examine the possibilities of relations and their shaping by power. Is Wanda, the femme fatale of Venus im Pelz, the one in power? Is it not the narrator-victim who creates and co-defines the rules of the game?
The essay – entitled Behind The Trees There Is A Different World, a verse by Thomas Bernhard – is dealing with the poetry of this Austrian writer, which has earned less attention than his drama and his prose. As a result, Bernhard's poetry turns out not to contain the genuine poetic texts of this oeuvre. Wendelin Schmidt-Dengler has shown that the prosaic texts by Bernhard are essentially characterized by their anti-narrative polemics; this approach corresponds to the thesis that these texts are to be considered substantially lyrical. In its performative, not its mimetic aspects this oeuvre is adequate to Bernhard's seemingly irrational claim in truth: "Sensibility herself has forbidden to me to write or tell the truth."
Sacher-Masoch is unjustly forgotten. Krafft-Ebing reduced his staging to a syndrome, and his writing is thought to be more obscene than that of the Marquis de Sade, though neither is, in the first instance, pornographic. Both of them examine the possibilities of relations and their shaping by power. Is Wanda, the femme fatal of "Venus im Pelz", the one in power? Is it not the narrator-victim who creates and co-defines the rules of the game?
The article attempts to reveal pure communication as non-communication because of its lack of meaningful friction; it furthermore proves Paul Celan's 'Todesfuge' to be the satirical demonstration of this axion - based on unreflected cultural fragments it is falling silent in a compulsory as well as absolutely unsilent way.
Rezension v.: Klaus Werner: Erfahrungsgeschichte und Zeugenschaft. Studien zur deutsch-jüdischen Literatur aus Galizien und der Bukowina. München: IKGS 2003 (Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Osteuropas 92), 294 pp.
Rezension v.: George Gutu, Doris Rosenkranz (Hg.): Moses Rosenkranz, Kindheit. Fragment einer Autobiographie. Aachen: Rimbaud 2001 (Texte aus der Bukowina 9), 251 pp.
Rezension v.: Bianca Bican: Die Rezeption Paul Celans in Rumänien. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2005 (Studia Transylvanica 33), 230 pp.
"Science fiction" legt wörtlich genommen diese Definition nahe: Fiktion, die sich mit Wissenschaft und deren narrativem Reflex befasst. Daher ist sie letztlich auch Kritik des Mediums. In diesem Prozess (dargelegt anhand von Werken Dürrenmatts und Konsaliks) mag dieses Genre seinen Platz post-"science" und post-fiktional haben.
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