Florian Rommel

Florian Rommel
Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung · Economics

Master of Arts

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Education
October 2018 - January 2021
May 2015 - March 2017
September 2009 - February 2014
University of Bayreuth
Field of study
  • Philosophy & Economics

Publications

Publications (8)
Book
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24 AutorInnen würdigen Karl-Heinz Brodbeck zum 70. Geburtstag mit Beiträgen aus vielen Wissenschaften, die der Breite der Schriften von Brodbeck entsprechen. Themen sind: Kreativität, Philosophie des Wissen und des Erkennens, Grundfragen der Ökonomie, Ökonomie und Wissen, Wirtschaftsethiken, Bildung, Kulturgeschichten: Geld und Kultur, Buddhismus u...
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Die Kritik an pluraler und transformativer Ökonomik vonseiten der etablierten Wirtschaftswissenschaft erklärt sich aus deren Wissenschaftsverständnis. Eine Auseinandersetzung damit hilft auch, das produktive Miteinander von pluraler und transformativer Ökonomik besser zu verstehen.
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Ansätze zu einer neuen imaginativen Ökonomie. Ausgangsfrage: Die Wissenschaft bedient sich zur Erklärung der Wirklichkeit Theorien. Ab der frühen Neuzeit lassen sich Tendenzen beobachten, diese Theorien immer abstrakter zu denken. Die gegenwärtigen Standardmodelle in der Ökonomie sind beispielsweise bewusst jenseits jeder konkreten Anschaulichkeit verfasst und von ihr emanzipiert. Angesichts der Tatsache, dass theoria im griechischen Ursprung „Schau“ bedeutet, drängt sich die Frage auf, welche Rolle Bildlichkeit für Theorie spielt. Gerade angesichts der Problematik der Erklärungskraft und Prognostik abstrakter Wissenschaftlichkeit gegenüber der Lebenswirklichkeit – wofür die Ökonomie in den letzten Jahren beispielhaft steht – ist es notwendig, den wissenschaftshistorischen Prozess, der zu einem solchen Bildverlust führte, kritisch zu reflektieren. Im Wechselgespräch von Philosophie und Ökonomie sollen in dem geplanten Projekt die Grundlagen für die Beschreibung dieses Prozesses gelegt werden. Dieses breite Thema wird seit 2006 an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung betrieben. Schritte waren bisher (bis Ende 2020) zum einen viele Aufsätze, zum anderen explizit folgende Aktivitäten: (1) der Sonderband: Bildlichkeit und Verlust von Bildlichkeit in Philosophie und Ökonomie in der Allgemeinen Zeitschrift für Philosophie (2016) mit 4 Aufsätzen, (2) das Forschungskolloquium: „Bildlichkeit in Philosophie und Ökonomie“ an der Cusanus Hochschule (1.-3.9.2016) mit 8 Vorträgen, (3) der Sammelband Walter Ötsch / Silja Graupe (Hg): Macht der Bilder, Macht der Sprache, Band 37 der Schriftenreihe der Freien Akademie (April 2018) mit 8 Paper, (4) ein Workshop Imagining the (new) economy. Bildlichkeit in der Ökonomie am Beispiel der Schul- und Lehrbücher, 7.+8.12.2019, Bonn, mit 5 Vorträgen, (5) der Sammelband Walter Ötsch, Silja Graupe (Hg.): Imagination und Bildlichkeit der Wirtschaft. Zur Geschichte und Aktualität imaginativer Fähigkeiten in der Ökonomie, Springer VS Wiesbaden, mit 10 Beiträgen . Bezüge und Papers zum Thema finden sich auch in folgenden Büchern und Sammelbänden: (6) der Sammelband Karl-Heinz Brodbeck und Silja Graupe: Geld! Welches Geld? Geld als Denkform, Metropolis Marburg 2016 (7) das Buch Walter Otto Ötsch, Stephan Pühringer und Katrin Hirte: Netzwerke des Marktes. Ordoliberalismus als Politische Ökonomie, Springer VS, November 2017 (8) Walter Otto Ötsch und Nina Horacezek: Populismus für Anfänger. Anleitung zur Volksverführung, Westend-Verlag  Frankfurt, August 2017. (9) Walter Otto Ötsch und Silja Graupe: Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung. Wie sie entsteht und manipuliert wird, Westend Frankfurt, August 2018. (10) Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Mythos Neoklassik.  Das Elend des Marktfundamentalismus. Metropolis Marburg. (11) Silja Graupe, Walter Otto Ötsch und Florian Rommel: Spiel-Räume des Denkens. Festschrift zur Ehren von Karl-Heinz Brodbeck, März 2019, Metropolis Marburg. (12) Lars Hochmann, Silja Graupe, Thomas Korbun, Stephan Panther und Uwe Schneidewind: Möglichkeitswissenschaften. Ökonomie mit Möglichkeitssinn. Marburg: Metropolis 2019, (13) Lukas Bäuerle, Stephan Pühringer, Walter Otto Ötsch: Wirtschaft(lich) studieren. Erfahrungswelten von Studierenden der Wirtschaftswissenschaften, Juli 2020, Springer VS Wiesbaden 2020 (14) Stephan Pühringer, Silja Graupe, Katrin Hirte, Jakob Kapeller, Stephan Panther (Hg.): Jenseits der Konventionen: Alternatives Denken zu Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Eine Festschrift für Walter O. Ötsch, Metropolis Marburg. 2020 (15) Annette Hilt, Hrsg. mit R. Torkler u. A. Waczek: Erzählend philosophieren – ein Lehr- und Lesebuch. Freiburg/München: Verlag Karl Alber 2020 (16) Walter Otto Ötsch und Theresa Steffestun: Wissen und Nichtwissen der ökonomisierten Gesellschaft. Aufgaben einer neuen Politischen Ökonomie, Metropolis Marburg (2021) Genauere Darstellung Zur Erklärung von Wahrnehmen und Erkennen haben simulativ-imaginative Bilder in der Geschichte der Philosophie im Übergang von der Renaissance in die Neuzeit einen bemerkenswerten Wandel erfahren. In der etablierten Aristotelischen Unterscheidung von sinnlicher Wahrnehmung (aisthesis), Vorstellungskraft (phantasia) und Denkvermögen (noesis) stellt die Imagination das Urmedium dar: sie transkribiert das durch die Sinne Erfahrene in das Medium von Vorstellungsbildern (phantasma), die dann der Seele zur Kenntnis gebracht werden. Wahrnehmen ist ohne Imagination nicht möglich, ohne Phantasmen kann die Seele nichts erkennen. Dieser Rahmen wird noch von vielen Theoretikern der Renaissance als konstitutiv gedacht. So stellt z.B. für Ficino eine Erkenntnis sine conversione ad phantasmata eine Unmöglichkeit dar (De amore VI, 6). Für Cusanus nehmen die imaginationes im Sinne von phantasmata gleichfalls eine Schlüsselposition ein. Sein gesamtes sogenanntes aenigmatisches Denken ruht darauf. Dabei akzentuiert er das Zusammenspiel von Intellekt und imaginatio, welches in der Lage ist, kreative und produktive Bilder zu schaffen. Gianfrancesco Pico della Mirandola liefert mit De imaginatione denjenigen Traktat, welcher die zentrale Rolle der Imagination für die Renaissance von den damals bekannten Theorien her reflektiert. In der Neuzeit hingegen mutiert Sehen zum „bloßen“ Sehen, welches die äußeren Gegenstände lediglich abbildet. Ein innerer simulativer Prozess wird nicht mehr benötigt: die „Bildlichkeit“ des Menschen (sein Bildvermögen als notwendige Bedingung für Wahrnehmung) schwindet. Simulative Bilder werden einer Scheinwelt des Imaginären zugeordnet, welches Wahrnehmen ohne „Sinnestäuschung“ und klares Denken stört. Für Descartes wird der Blinde zum Prototyp der Optik. Seine Konzeption des Sehens ist bewusst am Tastvorgang orientiert. Ein aktiver schöpferischer Innenvorgang in der Vorstellungsbildung wird auf diese Weise stark reduziert. Locke geht dann von einer tabula rasa des Menschen aus: Ideen kommen assoziationspsychologisch von „außen“ zustande. Ansätze dieser Art werden beispielsweise im Deutschen Idealismus vehement kritisiert. Hier wird ein intensiver Diskurs um die produktive Einbildungskraft geführt. Prominente Beispiele finden sich in Schillers Ästhetische Briefe oder das Konzept von Goethe einer anschauenden Urteilskraft oder im Konzept einer intellektuellen Anschauung bei Schelling. Für Schiller ist der ästhetische Zustand derjenige, aus dem heraus Bildung von Selbst und Welt geschieht; der Geist empfängt in der Anschauung so, wie das Denken produziert – Begriff und Wahrnehmung treten in ein ästhetisches Spiel. In ähnlicher Weise wird für Goethe die Idee, der Typus, in der Anschauung des reinen Phänomens sichtbar. Schelling denkt im Ausgang von Kants Kritik der Urteilskraft die intellektuelle Anschauung als die zentrale Erkenntnisform des Menschen. Die Theoriegeschichte der Ökonomik hat (oft zeitversetzt) Entsprechungen zur Theoriegeschichte der Philosophie. Adam Smith, der von vielen als Begründer der Wissenschaft von der Wirtschaft angesehen wird, schreibt in seiner Theory of moral sentiments (1759) dem Menschen die Fähigkeit zur Imagination zu. Mit ihrer Hilfe sei es nach Smith möglich, sich gedanklich in die Vorstellungswelt anderer hineinzuversetzen („to picture out in our imagination”), wodurch sympathy als emotional-kognitiver Nachvollzug möglich wird. Aus diesem (fix gesetzten) Vermögen des Menschen entsteht nach Smith in einem wechselseitigen Lernprozess ein (innerer) spectator und damit Moral. Ein derart imaginativ aufgespannter sozialer Raum konstituiert nach Smith die Gesellschaft, aktuell für ihn auch die commercial society. Smith ist damit ein Theoretiker einer Bildlichkeit, zumindest für soziale Wahrnehmungsprozesse. Für Smith bilden mentale Bilder die Basis für die Entstehung von Normen, Regeln und Institutionen und damit für Gesellschaft selbst. Smiths Wealth of Nations (1776) muss in unserer Leseweise in Akkordanz zu seinem Imaginations- und Bild-Verständnis interpretiert werden. (Smith hat auch in den vielen Ausgaben seiner zwei großen Werke, die er bis zu seinem Tod editiert hat, keinen Widerspruch zwischen diesen gesehen). Aspekte der Bildlichkeit sind damit auch (das ist unserer These) für eine Theorie der Wirtschaft in der Nachfolge ihres Begründers relevant. Der Aspekt der Bildlichkeit des Menschen findet sich in manchen ökonomischen Theorien des 19. und 20. Jahrhunderts, wie in der Romantischen (z.B. Adam Müller) und in der Historischen Schule der Nationalökonomie (z.B. Werner Sombart) oder in „evolutorischen“ Ansätzen, wie bei Thorsten Veblen. Anklänge dazu finden sich auch noch bei John M. Keynes in seinem Erwartungskonzept, das als sozialpsychologische Theorie interpretiert werden kann (ein prominenter Nachfolger war dann George L.S. Shackle). All diese Ansätze sind im heutigen Konzept eines Homo Oeconomicus (das auch in Locke eine Wurzel hat) in Vergessenheit geraten. (Das hängt auch damit zusammen, dass gängige ökonomische Modelle in Analogie zu Modellen der Naturwissenschaften, speziell der Physik, konzipiert werden.) In dieser Weise kann in der zeitgemäßen Ökonomik von einem vollständigen Verlust der Bildlichkeit des Menschen gesprochen werden. In der ökonomischen Standardtheorie (wie sie sich in den Lehrbüchern der neoklassischen Mikroökonomie präsentiert) besitzt der Mensch eine Präferenzordnung, die unabhängig von sozialen Interaktionen vorgegeben ist und in strikt abbildender Beziehung zu einer (deutungsfrei vorgegeben) Umwelt steht. Der Homo der Ökonomik besitzt damit kein simulatives Vermögen, zumindest nicht im direkten Zugang z.B. zu Märkten und ihren Preisen. Die neoklassische Theorie kann dementsprechend auch nicht das Entstehen von genuin Neuem in der Wirtschaft erklären; es gibt in diesem Ansatz nicht einmal ein Konzept des Neuen. Die Ökonomik ist so betrachtet heute die einzige Sozialwissenschaft, in der (von wenigen Ausnahmen abgesehen) kein cultural turn stattgefunden hat.