Ernährung & Medizin

Published by Medizinverlage Stuttgart
Online ISSN: 1438-9002
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Hintergrund: Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde der Zusammenhang von Ernährungsverhalten und motorischer Leistungsfähigkeit an einer Neuen Mittelschule in Tirol an 10- bis 14-jährigen Jugendlichen (n = 62) untersucht. Methoden: Die Beurteilung der motorischen Leistungsfähigkeit erfolgte anhand des Deutschen Motorik-Tests (DMT 6-18). Der Lebensmittelverzehr wurde mittels des Food Frequency Questionaires erfasst. Die sportliche Aktivität pro Tag in Stunden wurde ebenfalls erfasst. Außerdem wurden BMI, Geschlecht und Lebensalter registriert. Ergebnisse: Mittels Hauptkomponentenanalyse der Häufigkeiten der verzehrten Nahrungsmittel ließen sich die 3 Nahrungsmittelgruppen identifizieren. Leitnahrungsmittel der 3 Gruppen waren Obst/Gemüse, Milchprodukte und Wurst/Brot. In einer mehrfaktoriellen Regressionsanalyse ergab sich nach Bereinigung um Alter, Geschlecht, BMI und körperlicher Aktivität ein Zusammenhang zwischen der Verzehrshäufigkeit von Obst/Gemüse und motorischer Leistungsfähigkeit (partieller Korrelationskoeffizient 0,23, p = 0,02). Schlussfolgerung: Es zeigte sich ein vom Alter, BMI und der sportlichen Aktivität unabhängiger, schwacher Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und körperlicher Fitness. Andererseits konnte festgestellt werden, dass der häufige Verzehr von Wurst und Brot nicht zu einer signifikanten Verminderung der Fitness führte.
 
Die Low-Fat- und die Low-Carb-Diät haben durch die Betonung eines Energieträgers unerwünschte Stoffwechselwirkungen, u. a. durch die Insulinantwort und Fettspeicherung. Die KFZ-Diät hat sich als vollwertige, abwechslungsreiche und alltagstaugliche Reduktionskost bewährt und kann Langzeiterfolge bis zu 18 Jahren aufweisen. Die Abkürzung KFZ steht hierbei für Kohlenhydrate, Fett und Zwischenmahlzeiten. Publication History Article published online: 15 March 2022 © 2022. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
 
Vitamin E ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans in biologischen Systemen. Es verhindert radikal induzierte Kettenreaktionen von Lipidoxidationen und ist dadurch essenziell für die Funktion und den Erhalt von Membranen. Der Begriff Vitamin E umfasst historisch eine Substanzklasse, die qualitativ die gleichen biologischen Eigenschaften wie α-Tocopherol besitzt, die sogenannten Tocole und Tocotrienole. Für die Anwendung in der Futtermittel-, Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikbranche werden jährlich über 75000 Tonnen α-Tocopherylacetat und α-Tocopherol verarbeitet.
 
Zusammenfassung Übergewicht, Adipositas und die assoziierten Folgeerkrankungen sind ein ernstzunehmendes Problem für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Bereits jetzt ist jedes 6. Kind in Deutschland übergewichtig oder adipös. Die Folgen sind häufig Leid für die Betroffenen und ihre Familien und Belastungen für das Gesundheitssystem durch nachfolgende Krankheiten wie Bluthochdruck, metabolisches Syndrom auch mit Fettlebererkrankung und Typ-2-Diabetes. Auf diese Entwicklung wirkte die Corona-Pandemie unter mehreren Aspekten als Beschleuniger.
 
Etwa 40 % aller chronisch Bauchspeicheldrüsenerkrankten entwickeln einen pankreopriven Diabetes mellitus. Die Behandlung erfolgt fast ausschließlich in Form einer Insulintherapie. Die optimale Behandlung bei pankreoprivem Diabetes besteht aus dem interdisziplinären Zusammenwirken von Diabetologen, Ernährungsberatung und Diabetesberatung. Zusätzlich ist die Unterstützung von Physiotherapie, Psychologie und Sozialarbeitern oft sinnvoll.
 
Esspausen von mindestens 16 Stunden täglich führten bei 45- bis 78-jährigen Teilnehmer*innen 1 einer Pilotstudie unter Real-Life-Bedingungen über 4 Wochen zu einer Abnahme von Gewicht und Bauchumfang. Dies konnte in einem Vorher-Nachher-Vergleich an 74 Probanden (54 Frauen, 20 Männer, mittleres Alter 64,3 Jahre) gezeigt werden. Die Hälfte aller Teilnehmer nahm zwischen 1,5 und 6 kg ab. Die mediane Gewichtsabnahme betrug bei den Frauen 1,4 kg und bei den Männern 1,9 kg. Die mediane Reduktion des Bauchumfangs betrug 2 cm bei den Frauen und 2,3 cm bei den Männern. Bei 42 Frauen (78 %) und bei 15 Männern (75 %) lag die Abnahme des Bauchumfangs zwischen 1 und 8 cm.
 
Zusammenfassung Auch wenn viele Ärzte immer noch davor zurückschrecken, Altern als eine Krankheit zu betrachten, so bleibt doch festzuhalten: Biologisches Altern ist der wichtigste Risikofaktor für alle Erkrankungen, die in der westlichen Welt die Sterbestatistik anführen. Vor allem bei postmenopausalen Frauen beschleunigt der Hormonmangel zusätzlich diverse Alterungsprozesse. Allerdings ist dieser Verlauf durchaus nicht schicksalhaft. Durch Lebensstil und Ernährung sowie durch eine individualisierte Hormonersatztherapie ist eine effektive Prävention in vielen Fällen möglich (▶ Abb. 1 ).
 
Zusammenfassung Mit mehr Selbstvertrauen klappt alles besser. Wie kann ich mein inneres Wachstum und Bewusstsein fördern? Ein positives Selbstbild erleichtert das Leben beruflich und privat. Weniger Mühsal und mehr Schwung resultieren.
 
Die Empfehlungen für die Aufnahme von Vitamin E über die Nahrung variieren von Land zu Land und von Organisation zu Organisation erheblich – auch in Europa. Hier liegen die Referenzwerte für Erwachsene bei 3–15 mg/Tag. Nur etwa 50% der deutschen Bevölkerung erreichen die Zufuhrempfehlung für Vitamin E durch die Ernährung. Angesichts der Bedeutung von Vitamin E für die Gesundheit sollte einer ausreichenden Versorgung mehr Aufmerksamkeit zukommen.
 
Zusammenfassung Das Fettgewebe ist ein endokrines Organ und bildet eine ganze Reihe von Fettgewebshormonen, die als Adipokine bezeichnet werden. Zu ihnen gehören als Leitsubstanzen Adiponectin und Leptin. Weitere vom Fettgewebe gebildete Signalstoffe sind Hepcidin, Resistin und Visfatin. Auch Mediatorstoffe wie Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α), Interleukin-6 (IL-6) oder Plasminogen-Aktivator-Protein (PAI) werden im Fettgewebe gebildet und können im weiteren Sinne zu den Adipokinen gezählt werden.
 
In diesem Artikel wird eine vom MDK Nordrhein anerkannte multimodale Patientenschulung mit dem Namen AdiPosiFit mit ersten Ergebnissen vorgestellt. Die Psychotherapie ist die leitende Profession, Bewegung, Ernahrungsumstellung und medizinische Betreuung runden sie ab. Die Wirksamkeit wird im Hinblick auf eine Gewichtsabnahme und eine Verbesserung psychologischer Faktoren evaluiert. Das Programm wurde bis heute mit 151 adiposen Patienten durchgefuhrt. Eine Wartelistenkontrollgruppe bestand aus 10 adiposen Patienten. In den Interventionsgruppen zeigte sich eine signifikante Reduktion des BMI um durchschnittlich 6 kg/m2 uber die einjahrige Dauer der Masnahme. Daruber hinaus zeigte sich eine signifikante Besserung der psychologischen Faktoren (Depressivitat, Essstorungspathologie, Psychopathologie). Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit von AdiPosiFit.
 
Zusammenfassung Weltweit steigt die Anzahl an übergewichtigen und adipösen Erwachsenen und Kindern. Laut WHO hat sich die Prävalenz der Adipositas zwischen 1975 und 2008 weltweit nahezu verdreifacht. In Deutschland waren im Jahr 2016 ca. 23 % der Menschen adipös und knapp 60 % übergewichtig, davon ein Großteil im reproduktiven Alter. Laut der deutschen Perinatalerhebung waren 2017 ca. 37 % der Gebärenden adipös oder übergewichtig 1.
 
Der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA hat vom Deutschen Bundestag den Auftrag erhalten, ein Disease-Management-Programm (DMP) für Adipositas zu entwickeln. Ist das sinnvoll? Ein Beitrag, der die Hintergründe beleuchtet und Zahlen zur derzeitigen Adipositas-Therapie beisteuert, stellt sich hier zur Diskussion.
 
Ubergewicht und Adipositas nehmen epidemische Ausmase an. Belege dafur sind neben den epidemiologischen Daten auch die zunehmende Beschaftigung mit Ubergewicht und Ernahrung in den Medien. Von der Politik und den im Gesundheitswesen Verantwortlichen wird das Problem wahrgenommen und zunehmend thematisiert. Auch die Bevolkerung ist sensibilisiert. In krassem Gegensatz dazu steht aber, dass der Einzelne seinem Ubergewicht hilflos gegenuber steht und sich daher hilfesuchend an die Experten im Gesundheitswesen wendet. Hausarzte haben hier eine immense Bedeutung. Wie bei begrenztem Zeitbudget effektiv geholfen werden kann, wird im Folgenden skizziert.
 
Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht und Adipositas basieren idealerweise auf einer detaillierten Analyse der Bedingungsfaktoren. Anhand deren Einflussstärke konnte berechnet werden, dass durch das erfolgreiche und vollständige „Ausschalten“ aller Risikofaktoren die Prävalenz von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen von 13,4 auf 3,0 % gesenkt würde. Eine erfolgreiche Eliminierung aller veränderbaren Faktoren könnte immerhin zu einer Senkung der Prävalenz auf 9,2 % führen.
 
Menschen mit Adipositas sollten ihr Körpergewicht reduzieren – auch im Hinblick auf ihr Risiko für langfristige Folgeschäden. Welchen Weg sie dabei beschreiten, also Ernährungskonzepte, bariatrische Eingriffe oder Medikamente, und ob dieser Weg dann besser oder schlechter als die jeweiligen Alternativen ist, gibt Anlass zu vielen Fragen und Diskussionen.
 
In diesem Beitrag soll die Bedeutung der Motivation und der Compliance in der Therapie adipöser Patienten herausgestellt werden. Hierzu werden Therapiemodelle und Therapietools vorgestellt, die dabei helfen, den „Spannungsbogen“ im Verlauf einer längerfristigen Patientenschulung aufrechtzuerhalten, damit Therapieabbrüche vermieden und eine langfristige Gewichtsstabilisierung im Dialog zwischen Patient und Therapeut erreicht werden können.
 
Die Bedeutung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter ergibt sich besonders aus den frühzeitig nachweisbaren Stoffwechselstörungen, der eingeschränkten körperlichen Belast-barkeit und kardiovaskulären Folgeerkrankungen. Regionale Untersuchungen in Deutschland zeigen einen deutlichen Anstieg der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bereits im Kindes- und Jugendalter. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass das Metabolische Syndrom und seine Folgeerkrankungen nun bereits in dieser Altersgruppe diagnostiziert und behandelt werden müssen. Das medizinische und ökonomische Problem der frühmanifesten Adipositas bedarf umfangreicher primär- und sekundärpräventiver Strategien und Langzeittherapieprogramme. Bei der Behandlung stehen die regelmäßige körperliche Aktivität, die Veränderung hyperkalorischer und unausgewogener Ernährungsgewohnheiten sowie eine Modifikation des Essverhaltens im Mittelpunkt. Neben aktuellen Erkenntnissen zum Thema Adipositas und Metabolisches Syndrom bei Kindern und Jugendlichen, werden die Module Ernährungsmodifikation, Verhaltensänderung und Bewegung als praktikable Therapie erläutert und exemplarische Therapiekonzepte vorgestellt. Summary Obesity and metabolic syndrome in children and adolescents Childhood obesity is predictive of later morbidity such as the metabolic syndrome and cardiovascular diseases, respectively. The metabolic syndrome is defined as a combination of obesity, arterial hypertension, hyperlipidemia and dyslipidemia, insulin resistance or type 2 diabetes mellitus and may be accompanied by hyperuricemia, steatohepatitis and microalbuminuria. Although obesity-associated comorbidities occur more frequently in adults, adverse consequences of obesity are also found in obese children and adolescents, raising therefore public health concerns. In view of the increasing problem of early-onset obesity, effective family- and school-based primary preventive programs in addition to sufficient weight-reducing therapeutic approaches are necessary in order to achieve a modification of our sedentary lifestyle. This paper focuses on the issue of childhood obesity and the metabolic syndrome, and exhibits general therapeutic strategies including dietary education and physical activity and behavior modifications, alongside with local treatment programs.
 
Nach Ausschöpfen aller Maßnahmen zur Änderung der Ernährung und des Lebensstils bleibt vielen Menschen mit Adipositas letztlich nur ein bariatrischer Eingriff für eine deutliche und langfristige Gewichtsreduktion. Zur Adipositas-Chirurgie gehört eine lebenslange Nachsorge in einem interdisziplinären Setting. Dies erfordert von den Betroffenen die Adhärenz an ernährungstherapeutische Empfehlungen und eine angemessene Supplementation von Mikronährstoffen. Publication History Article published online: 15 March 2022 © 2022. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
 
Multimodale Therapieverfahren der Adipositas mit psychotherapeutischer Expertise haben angesichts steigender psychischer Komorbiditäten stark adipöser Patienten ihren Platz in der gestuften Therapiekette (S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“). Erste Kriterien zur „trennschärferen“ Auswahl des bestmöglichen Therapieverfahrens werden zur Diskussion vorgestellt, ebenso der Einsatz einer Formuladiät im Rahmen einer multimodalen Jahrestherapie.
 
Zusammenfassung Anlässlich der 6. Deutschen Hormonwoche, die von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) vom 18. bis 25. September 2021 ausgerichtet wurde, gab Prof. Dr. Martin Wabitsch vom Universitätsklinikum Ulm einen Überblick über den Einfluss von Leptin im Zusammenhang mit kindlicher Adipositas.
 
Die Ursachen von Übergewicht und Adipositas sind so multifaktoriell, dass die Ernährungsberatung nur ein Baustein in der erfolgreichen Therapie sein kann (s. S3-Leitlinie DAG 2014). Die Behandlungsnotwendigkeit richtet sich nach dem Grad der Adipositas und der Komorbiditäten sowie dem Risiko für metabolische, kardiovaskuläre und andere Komplikationen. Das Übergewicht (BMI 25–29,9) erfordert eine Ernährungsberatung im notwendigen Zusammenspiel mit Alltagsaktivität, Sport und Stressbewältigung. Die Reflektion der anspruchsvollen Beratungstätigkeit und eine Unterstützung durch Supervision und Coaching helfen den Ernährungsfachkräften. Obwohl Übergewicht und Adipositas eine gesundheitsökonomische Relevanz haben, ist Adipositas als Krankheit nicht anerkannt. Die Versorgungslandschaft ist entsprechend gestaltet.
 
Zusammenfassung Adipositas ist eine der größten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen mit vielen Begleit- und Folgeerkrankungen. Voraussetzung für eine Gewichtsreduktion ist eine negative Energiebilanz, d. h. Menschen verbrauchen mehr Energie, als sie über Nahrungsmittel und Getränke zu sich nehmen. Im deutschen Gesundheitssystem ist Adipositas nicht als Erkrankung anerkannt. Es ist daher dringend nötig, Strukturen zu schaffen, die die Therapie verbessern und den Betroffenen den Zugang zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil erleichtern.
 
Bedingt durch den hohen Stoffwechselumsatz immunkompetenter Zellen wird die Infektanfälligkeit des kindlichen Organismus entscheidend von der Mikronährstoffzufuhr bestimmt. In einer nicht-interventionellen Beobachtungsstudie mit 542 Kindern ab 4 Jahren wurde deshalb geprüft, inwieweit die Applikation einer Mikronährstoffkombination, konzipiert für Kinder mit rezidivierenden Infektionskrankheiten, mit einem klinisch-immunologischen Nutzen verbunden ist. Im Beobachtungsverlauf verbesserten sich in der Gruppe mit Ernährungsmedizin (EG) alle untersuchten Parameter deutlich stärker als in der Kontrollgruppe; der Gruppenunterschied bei Häufigkeit, Dauer und Intensität der Infekte war für alle dokumentierten Infektionsarten – mit Ausnahme der Pneumonien – signifikant (p < 0,0001, p < 0,05). Auch beim Patientenbefinden wurden in der EG in allen Kategorien (Immunsystem, Ernährungszustand, Konzentrationsfähigkeit, körperlicher Allgemeinzustand, subjektives Befinden und Appetit) statistisch signifikante Verbesserungen beobachtet (p < 0,0001).
 
Das Ernahrungs- und Bewegungsverhalten von Schwangeren hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit des Ungeborenen. Mit dem Modellprojekt „9+12 Gemeinsam gesund“ der Plattform Ernahrung und Bewegung werden junge Eltern durch einheitliche Beratungen wahrend der Vorsorgeuntersuchungen bei Frauenarzten, Hebammen sowie Kinder- und Jugendarzten bei der Umsetzung eines gesunden Lebensstils unterstutzt.
 
Zusammenfassung Heilerde besitzt aufgrund ihrer geologischen Zusammensetzung und Entstehungsweise einen hohen Feinheitsgrad und damit eine große Oberfläche. Deshalb hat sie ein besonders ausgeprägtes Bindungsvermögen für Bakterien, Säuren und andere Stoffwechselprodukte. Sie eignet sich dadurch für die innere Anwendung bei gastroenterologischen Störungen sowie äußerlich bei Hauterkrankungen.
 
Der Ernährungszustand kann den Verlauf einer HIV-Infektion und der AIDS-Erkrankung mit bestimmen. HIV-Infizierte sollten deshalb so früh wie möglich diätetisch beraten werden, sodass es möglichst zu keiner Gewichtsabnahme kommt. Die Erhaltung der Körpermasse ist entscheidend für die Überlebensrate mitverantwortlich. Zur Ernährungstherapie gehört heute auch die enterale oder parenterale Ernährung im häuslichen Bereich, die von spezialisiertem Pflegepersonal der Home-Care-Teams durchgeführt wird. Summary The nutritional state of persons affected by HIV and AIDS is a factor substantially influencing the course of their illness. Nutritional advice is, therefore, required at an early stage of the disease to prevent a loss in weight. Preservation of the body mass is a factor largely governing the time of survival. In addition, tube feeding at home supported by specialised home care teams can be helpful.
 
Bundesminister Christian Schmidt hat zum 1. Februar 2017 ein Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn eingerichtet.
 
Mit dem Ziel, eine bessere Versorgung für die von Zöliakie Betroffenen zu gewährleisten, erschien bereits 2014 die erste nationale Leitlinie zur Zöliakie für Kinder und Erwachsene. Im Jahr 2021 hat federführend die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) die S2k-Leitlinie Zöliakie überarbeitet und aktualisiert.
 
Gesunde Ernährung von Anfang an ist ein wesentlicher Bestandteil der primären Prävention. Gefragt sind wissenschaftlich begründete Ernährungsempfehlungen mit Bezug zur Lebenswirklichkeit, die Kinder unabhängig von ihrer sozialen Schicht erreichen. Vielversprechend ist eine optimierte Gemeinschaftsverpflegung in Kita und Schule.
 
Zusammenfassung Mit zunehmendem Lebensalter steigen die Homocysteinwerte im Blutplasma, unter anderem bedingt durch einen Mangel an B-Vitaminen wie Folat und den Vitaminen B6 und B12. In jüngeren Studien erwies sich die Homocysteinämie als ein modifizierbarer Risikofaktor für Demenz. Eine Senkung des Plasma-Homocysteins bei Patienten mit leichter kognitiver Dysfunktion und mehr als 14 µmol/l Gesamthomocystein könnte eventuell den kognitiven Leistungsabbau bremsen.
 
Die hier vorgestellten modernen Diabetesmedikamente wie Inkretintherapeutika und SGLT2-Inhibitoren stellen wichtige Bausteine zur Behandlung des Typ-2-Diabetes dar und konnen im Rahmen einer individualisierten Therapie gleichsam Arzt wie Patient bei der Erreichung der Therapieziele helfen. Zudem sind sie Stimuli fur die weitere Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Diabetologie.
 
Anorexia nervosa (Magersucht) ist eine der gefährlichsten Erkrankungen, die eine Jugendliche entwickeln kann. Betroffen sind hauptsächlich weibliche Personen (90–95 %). Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen 15 und 19 Jahren. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei 0,9 % [1]. Allerdings wurden auch höhere Zahlen gefunden (1,4 % [2] und 6,2 % [3]). Wie alle Essstörungen ist auch die am Untergewicht deutlich erkennbare Anorexie unterdiagnostiziert. Publication History Publication Date: 22 September 2021 (online) © 2021. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
 
Während vor einigen Jahrzehnten noch Regelmäßigkeit und Ordnung den Essalltag bestimmten, so hat sich in den letzten Dekaden ein erheblicher Wandel vollzogen. Eine veränderte Frauenrolle, weg von der Hausfrau – hin zur Berufstätigen, der Aufbruch klassischer Familienstrukturen, stark gestiegene Mobilitäts- und Kommunikationsanforderungen im Beruf sowie Globalisierungsprozesse sind die wesentlichen Triebkräfte dieses Wandels. Die nachfolgende Entstrukturierung der Gesellschaft hat auch für den Essalltag im 21. Jahrhundert tief greifende Konsequenzen.
 
Zusammenfassung Die Sicherheit einer mütterlichen streng veganen Diät während der Schwangerschaft wird oft infrage gestellt, insbesondere in Anbetracht ihres Mangels an essenziellen Nährstoffen wie Eisen und Vitamin B12. Studienergebnisse hierzu sind widersprüchlich – nicht zuletzt aufgrund der Vielfalt an vegetarischen oder veganen Ernährungsformen und der geringen Zahl kontrollierter Studien.
 
Zusammenfassung Die große chronische Volkskrankheit Diabetes mellitus Typ 2 wird oft auch als Pandemie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Denn die Prävalenz dieser durch einen Mangel an Insulin im Blut gekennzeichneten Stoffwechselerkrankung wird allein in Deutschland auf mehr als 10 % der Bevölkerung geschätzt mit einer weiter steigenden Tendenz und einer hohen Dunkelziffer.
 
Zusammenfassung Personalisierte Ernährung wird von Marktbeobachtern derzeit als wichtiges Trendthema eingestuft, das auch für die Lebensmittelwirtschaft von Bedeutung ist. In der My-Food-Studie der DLG e. V. wurde untersucht, welche Relevanz und Akzeptanz Angebote zur Personalisierung der Ernährung aus Verbrauchersicht derzeit besitzen.
 
Bei einem Marktcheck im Raum München wurde die Umsetzung des § 6 des Gaststättengesetzes überprüft. Dieses besagt, dass mindestens ein alkoholfreies Getränk zum gleichen Preis pro Liter oder günstiger angeboten werden muss, als das preiswerteste alkoholische Getränk. Dies war in ca. 25 % der überprüften 50 Gaststätten nicht der Fall. Die betroffenen Geschäftsführer wurden schriftlich auf die Missstände in ihrer Preisgestaltung aufmerksam gemacht. Nur die Hälfte der Gastwirte reagierte innerhalb der gewährten Frist.
 
Zusammenfassung Merken Sie manchmal, wie Ihnen der Ärger hochsteigt und sich nur mühsam oder auch gar nicht unterdrücken lässt? Wie fangen wir wallende Wut auf, damit sie sich nicht unkontrolliert über Kollegen und Patienten ergießt, die sie womöglich „verursacht“ haben?
 
Zusammenfassung Die „Frei-von“-Welle hat neben den glutenfreien Lebensmitteln auch die Allergene mit erfasst. Allergiker fühlen sich von solchen Produkten besonders angesprochen, jedoch können selbst minimale Spurenverunreinigungen bei Allergikern Symptome auslösen. Daher müssen die Hersteller sicherstellen, dass derart beworbene Produkte nicht mit den ausgelobten Allergenen verunreinigt sind.