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Nutzung elektronischer Medien im Jugendalter

Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz (Impact Factor: 1.01). 01/2007; DOI: 10.1007/s00103-007-0225-7
Source: OAI

ABSTRACT Zusammenfassung
Die Beschftigung mit elektronischen Medien spielt fr das Freizeitverhalten von Jugendlichen eine immer grere Rolle. Aus
Sicht der Gesundheitswissenschaften stellt sich unter anderem die Frage, inwieweit die intensive Mediennutzung auf Kosten
der krperlich-sportlichen Aktivitt und der gesundheitlichen Entwicklung der Heranwachsenden geht. Die Daten des Kinder-
und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS), die mit Fokus auf die 11- bis 17-Jhrigen ausgewertet wurden, besttigen die starke
Nutzung elektronischer Medien. Allerdings zeigen sich deutliche gruppenspezifische Unterschiede. So verbringen Jungen mehr
Zeit als Mdchen mit Computer/Internet und Spielkonsole, whrend Mdchen hufiger Musik hren und mobil telefonieren. Fernsehen
und Video schauen ist bei Jungen und Mdchen gleichermaen populr. Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus oder
geringer Schulbildung beschftigen sich weitaus hufiger und lnger mit elektronischen Medien, insbesondere mit Fernsehen/Video,
Spielkonsole und Handy. Gleiches gilt fr Jungen und Mdchen aus den neuen Bundeslndern und fr Jungen, jedoch nicht fr
Mdchen mit Migrationshintergrund. Ein Zusammenhang zur krperlich-sportlichen Aktivitt lsst sich fr Jugendliche feststellen,
die tglich mehr als 5 Stunden mit der Nutzung elektronischer Medien zubringen. Diese Gruppe der starken Nutzer ist zudem
vermehrt von Adipositas betroffen. Damit verdeutlichen die Ergebnisse der KiGGS-Studie, die im Einklang mit frheren Forschungsbefunden
stehen, dass die Nutzung elektronischer Medien auch aus Public-Health-Sicht relevant ist und bei Untersuchungen zur Kinder-
und Jugendgesundheit einbezogen werden sollte.

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Available from: Thomas Lampert, Dec 18, 2013
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    ABSTRACT: Die vorliegende kumulative Dissertation befasst sich mit dem Zusammenhang von sozialer Herkunft, Bildung und Gesundheit im Jugendalter. Die Arbeit basiert auf fünf Originalbeiträgen, die im Zeitraum von 2011 bis 2013 in nationalen und internationalen gesundheitswissenschaftlichen Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren veröffentlicht wurden. Ausgehend von dem vielfach belegten engen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den Bildungschancen wird nach den Konsequenzen für die gesundheitliche Entwicklung im Jugendalter gefragt. Die Arbeit greift damit ein Thema auf, das nicht nur aus Sicht von Public Health und der Gesundheitspolitik relevant ist, sondern auch Schnittstellen zur Ungleichheits- und Bildungsforschung sowie zu politischen Diskussionen über Chancengerechtigkeit aufweist. Der Blick richtet sich dabei auf den Zugang zu weiterführenden Schulen, der von Bildungsforschern als entscheidende Weichenstellung für den nachfolgenden Bildungsweg und die daraus resultierenden Erwerbs- und Einkommenschancen angesehen wird. Der Dissertation liegt die Annahme zugrunde, dass dieser Übergang im Bildungssystem auch für die gesundheitliche Entwicklung von großer Bedeutung ist. Um diese Annahme zu prüfen, wird die gesundheitliche Situation von Jugendlichen mit unterschiedlichen Bildungswegen unter Berücksichtigung ihrer sozialen Herkunft betrachtet. Die statistischen Analysen beruhen auf Daten der Basiserhebung des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS), mit der das Robert Koch-Institut (RKI) von Mai 2003 bis Mai 2006 umfassende Informationen zur Gesundheit der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen gesammelt hat. Die Ergebnisse zeigen, dass dem eigenen Bildungsstatus von Jugendlichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – eine herausragende Bedeutung für ihre gesundheitliche Entwicklung zukommt. Dies gilt vor allem für zentrale Aspekte des Gesundheitsverhaltens. Die Arbeit verdeutlicht darüber hinaus die gesundheitliche Relevanz intergenerationaler sozialer Mobilität: Schaffen Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien den Sprung auf ein Gymnasium, drückt sich dies in deutlich verbesserten Gesundheitschancen aus. Umgekehrt zeichnen sich bei Jugendlichen aus sozial besser gestellten Familien, die kein Gymnasium besuchen, in einigen Bereichen negative Auswirkungen auf ihre gesundheitliche Entwicklung ab. Die Befunde sprechen dafür, dass der Mechanismus der Bildungsvererbung und das geringe Ausmaß an sozialer Mobilität bei der Produktion und Reproduktion gesundheitlicher Ungleichheiten über Generationsgrenzen hinweg eine wichtige Rolle spielen. Die vorliegende Synopse fasst die Ergebnisse der fünf Einzelpublikationen zusammen, unterzieht die zentralen Befunde einer kritischen Diskussion und ordnet sie in den Stand der gesundheitlichen Ungleichheitsforschung ein.
    06/2014; Universitätsbibliothek Bielefeld.
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    ABSTRACT: Hintergrund: Die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist heute so gut wie nie. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem sozialen und medizinischen Fortschritt. Dieser hat jedoch auch eine Verschiebung des Krankheitsspektrums von den akuten zu den chronischen Erkrankungen sowie von den somatischen zu den psychischen Gesundheitsstörungen mich sich gebracht. Diese als "Neue Morbidität" diskutierte Verschiebung des Krankheitsspektrums zeigt sich in Form "neuer Kinderkrankheiten" auch bei Kindern und Jugendlichen. Bislang existierten für Deutschland für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen keine vergleichbaren und auf der Basis einer umfassenden Stichprobe bundesweit repräsentativ erhobenen Daten für das Kindes- und Jugendalter. Mit dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KiGGS, der vom Robert Koch-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit von 2003- 2006 in 167 repräsentativ ausgewählten Städten und Gemeinden in Deutschland durchgeführt wurde, ist diese Informationslücke nun geschlossen worden. Methodik: Im KiGGS wurden 17641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-17 Jahren körperlich untersucht und ihre Eltern, ab elf Jahren auch die Kinder und Jugendlichen selbst, schriftlich befragt. Auf freiwilliger Basis erfolgte außerdem eine Blut- und Urinuntersuchung. Angaben zu körperlichen Krankheiten wurden im Fragebogen für Eltern und Jugendliche sowie über das CAPI (= Computer Assisted Personal Interview) durch den untersuchenden Arzt erhoben. Informationen zur psychischen Gesundheit und zum Gesundheitsverhalten wurden mit validierten Screeninginstrumenten (z.B. SDQ, SCOFF) und standardisierten, getesteten Fragebogenverfahren erhoben. Ergebnisse: Mit 13,3% (Lebenszeitprävalenz) war chronische obstruktive Bronchitis die häufigste chronische Erkrankung in KiGGS, gefolgt von atopischen Erkrankungen Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma. 22,9% der Kinder und Jugendlichen hatten jemals in ihrem Leben eine dieser drei Erkrankungen. Übergewicht tritt gegenüber den nationalen Referenzdaten von 1985- 1999 zu 50% häufiger auf. Besonders betroffen waren Kinder aus der unteren Sozialschicht. Impflücken ließen sich sich vor allem bei Migranten feststellen, jedoch zeigt sich auch allgemein eine unzureichende Umsetzung der Impfempfehlungen zu einer zweiten MMR-Impfungen, Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus und Diphterie sowie zu Nachholimpfungen gegen Hepatitis B bzw. Pertussis bei älteren Jugendlichen. 14,7% der Kinder und Jugendlichen (3-17 Jahre) zeigten Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Bei 4,8% wurde schon einmal ADHS diagnostiziert. 21,9% zeigten Symptome von Essstörungen. Alle Auffälligkeiten wiesen einen sozialen Gradienten zuungunsten der unteren Sozialschicht auf. Gewaltbelastungen berichteten vor allem Hauptschüler (als Täter) und Gesamtschüler (als Opfer und Täter/ Opfer). Personale, familiäre und soziale Ressourcen waren bei Kindern und Jugendlichen aus Familien mit niedrigem Sozialstatus geringer, Tendenzen zu gesundheitlichem Risikoverhalten wie Alkohol-, Tabak- oder hohem Medienkonsum hingegen stärker ausgeprägt als bei Kindern aus Familien mit hohem Sozialstatus. Diskussion: Chronische Erkrankungen sowie Hinweise auf psychische Gesundheitsstörungen nehmen auch nach den KiGGSErgebnissen einen breiten Raum im Morbiditätsspektrum von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ein. Im Zeitalter zunehmender geographischer Mobilität, Resistenzbildungen gegen Antibiotika und Impfmüdigkeit sind auch Infektionskrankheiten weiterhin von Bedeutung. Da KiGGS in der Ersterhebung als Querschnittsstudie konzipiert ist, lassen sich aus den Daten weder Trends noch Prognosen ableiten. Diese werden sich jedoch zukünftig mit der Überführung von KiGGS in eine Kohortenstudie im Rahmen des Gesundheitsmonitorings am Robert Koch-Institut untersuchen lassen. Konsequenzen der Ergebnisse werden mit Blick auf das Setting Schule diskutiert.
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    ABSTRACT: This article introduces special web services for children and teenagers and analyses them according to sociological research.