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Zwangssterilisationen nach dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses: Die Rolle der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg

Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, FAU Erlangen-Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
Der Nervenarzt (Impact Factor: 0.8). 01/2012; 83(3). DOI: 10.1007/s00115-011-3253-3

ABSTRACT Von 1934 bis 1945 wurden im Deutschen Reich auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (GzVeN) ca. 350.000 bis 400.000 Zwangssterilisationen vorgenommen. Die Heil- und Pflegeanstalt Günzburg war in dem betreffenden Zeitraum eine der Anstalten, die zur Durchführung von Sterilisationen berechtigt waren.Die Auswertung erfolgte anhand von Patientenakten und Jahresberichten aus dem Archiv des heutigen Bezirkskrankenhauses in Günzburg. Die Patienteninformationen wurden mittels eines standardisierten Fragebogens auf das Vorliegen zuvor festgelegter Kriterien untersucht. Archivalien des Stadtarchivs Günzburg ergänzen die Quellenbasis.Zwischen 1935 und 1943 wurden 366 Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg sterilisiert. Alter, Geschlecht und Diagnose der Patienten wurden als relevante Kriterien für die Indikationsstellung zur Sterilisation herausgearbeitet.Die Beteiligung der Heil- und Pflegeanstalt Günzburg an der Durchführung der NS-Zwangssterilisationen konnte in der Arbeit nachgewiesen werden.

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