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Neurologische Erkrankungen und psychische Störungen: gesundheitsbezogene Lebensqualität und Kostenfaktoren

Zeitschrift für Neuropsychologie (Impact Factor: 0.64). 01/2009; 20:1-10. DOI: 10.1024/1016-264X.20.4.285

ABSTRACT Zusammenfassung. Hintergrund/ Fragestellung. Die Untersuchung vergleicht die Prävalenz psychischer Stçrungen bei Personen mit versus ohne neurologischen Erkrankungen sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQOL) und gesundheitsçkonomischen Kostenindikatoren zwischen diesen Gruppen. Patienten und Methoden. Die Daten basieren auf dem bundesweiten Gesundheitssurvey (BGS 1998/99; repräsentative Erwachsenen-stichprobe 18 – 65 Jahre, N=4181). Für eine Teilstichprobe von N=187 Teilnehmern mit mindestens einer neurologischen Diagnose (Lifetime) wurden die 12-Monats-Prävalenzen psychischer Stçrungen (DSM-IV; klinisches Interview: CIDI), ihr Zusammenhang mit der HRQOL (SF-36) und gesundheitsçkonomischen Indikatoren (Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, Ausfalltage) im Vergleich zur Allgemeinbevçlkerung ohne neurologische Erkrankung untersucht. Ergebnisse. Neurologische Erkrankungen gehen mit einer erhçhten Prävalenz psychischer Stçrungen einher (38.9 % vs. 30,8 %). Wenn psychische Stçrungen vorliegen, stehen diese bei der Gruppe mit neurologischer Diagnose mit einer verminderten psychischen und kçrperlichen HRQOL sowie ungünstigeren gesundheitsçkonomischen Indikatoren (erhçhte Inanspruchnahme medizinischer Leistun-gen, erhçhte Anzahl an krankheitsbedingten Ausfalltagen) im Zusammenhang. Schlussfolgerung. Die Daten unterstreichen die besondere Bedeutung psychischer Stçrung für die HRQOL und gesundheitsçkonomische Kostenfaktoren nach neurologischen Erkrankungen. Abstract. Background/ Objectives. To compare the prevalence of mental disorders for persons with and without neurological disease, and to compare health related quality of life and health related cost indicators between these groups. Methods. Presented data are based on the Mental Health Supplement of the German National Health Interview and Examination Survey (GHS-MHS; representative adult sample age 18 – 65; N=4181) conducted in 1998/99, using the CIDI-interview to assess diagnoses of mental disorders according to DSM-IV. For a sample (N=187) with at least one neurological disease (lifetime) we determined the 12-month prevalence of mental disorders, and compared the association of mental disorders with HRQOL (SF-36) and health related cost indicators (health services utilisation, days of illness) with respect to persons without neurological disease. Results. Persons with a neurological disease have a higher prevalence of mental disorders compared to the community sample (38,9 % vs. 30,8 %). In neurological patients mental disorders are associated with lower physical and mental HRQOL, and adverse effects in health related cost indicators.

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Available from: Frank Jacobi, Jul 01, 2015
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    1. Aufl. edited by Mugele, Jan and Franke, Gabriele H. and Schincke, Doreen, 01/2014; Meine Verlag., ISBN: 394130545X
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    ABSTRACT: Hintergrund: Infolge einer neurologischen Erkrankung entstehen häufig vielfälti-ge Beeinträchtigungen, die sich negativ auf die gesundheitsbezogene Lebensquali-tät eines Patienten auswirken und die Vulnerabilität für psychische Erkrankungen erhöhen. Diese Konsequenzen wirken sich auf die alltäglichen und beruflichen Ak-tivitäten aus und können eine berufliche Wiedereingliederung gefährden. Methodik: 53 medizinisch-berufliche Rehabilitanden wurden bezüglich ihrer Le-bensqualität (SF-36), der psychischen Belastung (BSCL) und der Krankheitsbe-wältigungsstrategien (EFK) befragt. Die Daten des ersten Messzeitpunktes liegen vor und wurden in der vorliegenden Arbeit einer ersten statistischen Analyse un-terzogen. Es wurde geprüft, in welchem Umfang sich drei nach ICD-10 gebildete klinische Gruppen in Bezug auf die psychologischen Konstrukte unterscheiden. Ergebnisse: Bei 42% aller Rehabilitanden konnte eine erhöhte psychische Belas-tung nachgewiesen werden. Der Vergleich der Ergebnisse des SF-36 der Patienten-stichprobe mit der Normstichprobe ergab, dass die Patienten in allen Bereichen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität deutliche niedrigere Werte aufwiesen. Ins-besondere in den Bereichen "Körperliche" sowie "Emotionale Rollenfunktion" und "Soziale Funktionsfähigkeit" wies die erhobene Stichprobe die größten Einbußen auf. Differenzen zwischen den Gruppen bestanden bezüglich der körperlichen Summenskala des SF-36. Hierbei zeigte sich, dass Patienten mit Krankheiten des Nervensystems die geringste gesundheitsbezogene Lebensqualität in Bezug auf die körperliche Summenskala aufwiesen. Hinsichtlich der Bewältigungsstrategie zeig-te sich, dass "Abstand und Selbstaufbau" sowie "Bereitschaft zur Annahme von Hilfe häufiger, das "Vertrauen in die ärztliche Kunst" seltener als in Normstich-proben eingesetzt wurde. Im Vergleich zur Normstichprobe fiel weiterhin auf, dass die Patientenstichprobe insgesamt höhere Bewältigungsanstrengungen zeigte. Diskussion: Insgesamt ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität der neurologi-schen Rehabilitanden wesentlich niedriger, die psychische Belastung leicht höher sowie die Nutzung von Bewältigungsstrategien umfangreicher als in Normstich-proben. Aus den gefundenen differentialpsychologischen Unterschieden zwischen den Erkrankungsgruppen sollten spezifische Interventionen abgeleitet werden. 1 Hintergrund Mit einer Hirnschädigung sind nachhaltige körperliche und neuropsychische Beeinträch-tigungen in den Bereichen Motorik, Kommunikation, Kognition und Emotion verbun-den. Daraus resultierend ergeben sich nachweislich langfristige psychosoziale und kör-perliche Konsequenzen, welche sich nicht zuletzt negativ auf die alltägliche und berufli-che Aktivität sowie die Teilhabe auswirken. Insbesondere die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben ist gefährdet [FK09; Fr07]. Häufig besteht für Menschen mit einer Hirnschädigung, aufgrund der komplexen Beein-trächtigungen, auch nach einer medizinischen Rehabilitation ein erhöhter Bedarf an medizinisch-therapeutischen Interventionen [FL11]. An diesem Punkt setzt die medizi-nisch-berufliche Rehabilitation (mbR) an, die Leistungen zur medizinischen Rehabilita-tion und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben verbindet [BU10].
    15. Nachwuchswissenschaftlerkonferenz Ost- und Mitteldeutscher Fachhochschulen; 04/2014

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