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Hirnbefund nach Tod durch Blitzschlag

Archiv für Pathologische Anatomie und Physiologie und für Klinische Medicin (impact factor: 2.49). 05/2012; 326(6):732-748. DOI:10.1007/BF02438811 pp.732-748

ABSTRACT Zur Frage der Schädigung des Zentralnervensystems durch Blitzschlag wird die anatomische Untersuchung des Gehirns von einem
44jährigen gesunden Mann, der das Trauma 24 Std überlebt hat, mitgeteilt. Es fanden sich:

1.

Rindenprellungsherde am Orte der hauptsächlichen Gewalteinwirkung mit Gegenstoßherden (entsprechend der Typisierung vonPeters, Spatz undWelte) und kleinfleckigen elektiven Parenchymnekrosen der benachbarten Hirnrinde, welche durch rein lokale Störungen des Rindenkreislaufs
zu erklären sind.

2.

Großflächige, haubenartigeSubarachnoidalblutungen und eine linksseitigeMassen-Ventrikelblutung, die nicht nur — wie die übrigen unregelmäßig verstreuten Diapedesisblutungen — durch muskelkrampfbedingte Blutdrucksteigerungen
gedeutet werden können.

3.

Histologisch keine markanten typischen Strukturveränderungen der Gefäßwandelemente selbst. Die hauptsächlich und zuerst die
Gefäße betreffende Elektrizitätswirkung drückt sich in denAnzeichen einer Permeabilitätsstörung — exsudative Vorgänge, allgemeine aber auffälligperivasculäre Gliazellvermehrung und intercelluläre Neubildung von Gliafasern — in allen Markanteilen aus.

4.

Die besonders auffälligeuniverselle akute Hirnschwellung. Sie gestattet den Rückschluß auf molekulare Kolloidverschiebungen mit Ausbildung von Quellkörpern im Sinne der vonWilke entwickelten Polymerisationsvorstellungen.

Über die früher diskutierten elektrischen Stromwirkungen hinaus haben die verschiedenen Energiekomponenten des Blitzes, besonders
auchUltraschallwellen, eine im einzelnen noch aufzuklärende Wirkung auf das kolloidale Gefüge des Gehirns.

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F. W. Spaar