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Ambulante Psychotherapie in Deutschland aus Sicht der Patienten

Psychotherapeut (Impact Factor: 0.78). 11/2010; 55(6):503-514. DOI: 10.1007/s00278-010-0778-z

ABSTRACT Die vorgestellte Studie liefert Aussagen über die Versorgungssituation im Bereich der ambulanten Psychotherapie in Deutschland
unter realen Praxisbedingungen. Im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Erhebung (Juni 2008 bis September 2009) wurden
insgesamt 1212Personen, die im Zeitraum der letzten 6Jahre in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung waren (698Befragte)
oder derzeit noch in ambulanter Psychotherapie sind (n=514) telefonisch zu ihren Erfahrungen mit ihrer ambulanten psychotherapeutischen
Behandlung befragt. Es wurden neben sozioökonomischen Merkmalen auch Angaben zu Anlass, Zugangswegen, Kostenträgern und Ansprechpartnern
für psychische Erkrankungen erhoben. Die Behandlungsformen, begleitende medikamentöse Behandlungen und Behandlungssettings
der Psychotherapie werden beschrieben. Die vorliegenden Ergebnisse verdeutlichen die Problematik der Multimorbidität in der
Versorgungspraxis und bestätigen den hohen Bedarf an fachgerechter psychotherapeutischer Versorgung. Um die Zugangswege zu
ambulanter Psychotherapie zu verbessern, bedarf es einer engen Kooperation zwischen allen Behandlern.

This study analyzed the provision of outpatient psychotherapy services in Germany in typical practice settings. In a representative
survey (from June 2008 to September 2009) 1,212 subjects who received outpatient psychotherapy during the past 6 years were
questioned about their experiences with outpatient psychotherapy via telephone interviews. Socio-economic data, reasons for
seeking treatment, access paths, financial resources and psychosocial support data were collected. Therapeutic settings and
modalities and concomitant medication treatment are described. The findings illustrate the problem of multiple psychiatric
morbidity in the clinical practice and confirm the urgent need for patient access to professional psychotherapeutic services.
Improving access to these services requires close cooperation between care providers.

SchlüsselwörterAmbulante Psychotherapie-Inanspruchnahme-Versorgungsforschung-Deutschlandweite Erhebung
KeywordsOutpatient psychotherapy-Utilization-Germany-Representative survey

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    Psychotherapieforum Heidelberg, Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universität Heidelberg; 01/2015
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    ABSTRACT: In einer bevölkerungsrepräsentativen Erhebung der Apotheken Umschau, durchgeführt von der GfK Nürnberg im Zeitraum von Januar 2012 bis Februar 2012, wurden an insgesamt 2129 Personen allgemeine Einstellungen zu Psychotherapie erhoben. Probanden, die selbst schon einmal eine Psychotherapie gemacht haben oder zurzeit machen, wurden zum Behandlungsanlass und ihren Erfahrungen mit Psychotherapie befragt. Soweit vorhanden, werden die Ergebnisse mit denen einer Befragung aus 2003 verglichen. Die Mehrzahl aller Befragten hält Psychotherapie für notwendig sowie hilfreich zur Behandlung psychischer Erkrankungen und in Lebenskrisen für sinnvoll. Frauen sind Psychotherapie gegenüber aufgeschlossener als Männer. Dennoch wäre es 34% der Befragten peinlich, wenn Nachbarn oder Freunde erfahren würden, dass sie eine Psychotherapie machen. Es schließen 28% der Befragten eine Psychotherapie für sich selbst kategorisch aus. Von den Befragten, die persönliche Erfahrungen mit Psychotherapie gemacht haben (n = 216), bewerteten 83% ihre Behandlung als erfolgreich.
    Psychotherapeut 01/2013; 58(5). · 0.78 Impact Factor
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    ABSTRACT: Internetbasierte Programme könnten in Zukunft eine wichtige Rolle in der Routine-Depressionsbehandlung in Deutschland spielen und vielen Patienten eine wertvolle Hilfestellung bieten. Ärzte und Psychotherapeuten sollten aber vor dem Einsatz auf den Nachweis von Wirksamkeit und akzeptabler Effektstärke bestehen. Etablierte evidenzbasierte Behandlungsformen werden dadurch nicht bedroht, denn wirksame Online-Programme bieten Therapeuten und Ärzten eine starke Ergänzung zu persönlichen psychotherapeutischen, pharmakotherapeutischen und anderen Behandlungselementen.
    NeuroTransmitter. 01/2014; 25(4):48-59.

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May 27, 2014