Detlef Georgia Schulze
Research experience
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Apr 2010
Research: [Project in preparation:] Haben Recht und Gesetz ein Geschlecht? Geschlechtermetaphern als Machtressource in der Rechts- und Philosophiegeschichte
Freie Universität · Philosophy and Humanities · Freie UniversitätDetlef Georgia Schulze (applicant) + N.N. (doctorands) + Frieder Otto Wolf (Host) · Berlin' Das an der FU Berlin angesiedelte Projekt soll der rechts- und politiktheoretischen Frage nach dem Verhältnis von Recht und Gesetz nachgehen und verfolgt dabei methodisch einen an cultural und gender studies orientierten Ansatz. Während es in den letzten Jahrzehnten zur Herausbildung vielfältiger trans- und interdisziplinärer Kooperationsbeziehungen zwischen Sozial- und Geisteswissenschaften (z.B. im Bereich von cultural, gender und queer studies), zwischen Sozial- und Naturwissenschaften (science & technology studies), zuletzt sogar zwischen Geistes- und Naturwissenschaften (Neurowissenschaften) gekommen ist, ist die deutschsprachige Rechtswissenschaft weiterhin v.a. auf die Ausbildung für den Staatsdienst und den Rechtsanwalts-Beruf orientiert. Auch die Forschung ist weitgehend auf die Praxisanforderungen dieser Berufsfelder ausgerichtet – bei einer randständigen Existenz der theoretisch ausgerichteten Teil-Disziplinen Rechtstheorie, -philosophie, -soziologie und -geschichte. Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt möchte einen Beitrag zur Neuorientierung (weg vom Pragmatismus und hin zur Rechts- und Wissenschaftstheorie) leisten: Ausgehend von dem Theorie- und Methodenarsenal von cultural studies und gender studies soll das Verhältnis von Recht und Gesetz in der europäischen Rechts- und Philosophiegeschichte untersucht werden. Die Frage nach dem Verhältnis von Recht und Gesetz ist sowohl für die Rechtswissenschaft als auch für die Politikwissenschaft eine Grundlagenfrage. Für die Rechtswissenschaft betrifft dies die Alternative von Positivismus und Antipositivismus, von überpositivem Recht und Gesetzesrecht. Für die Politikwissenschaft betrifft dies die Funktionsweise der Legitimierung der Geltung eines überpositiven Rechts, das keinen ordnungsgemäßen Gesetzgebungsprozeß durchlaufen hat. Konkret soll es – im historischen und interkulturellen Vergleich – um die deutsche Tradition (von Kant bis zum Bundesverfassungsgericht) gehen, für die Recht nicht das ist, „was in irgend einem Lande die Gesetze zu irgend einer Zeit wollen“. Vielmehr sei ‚das Recht’ ein Ideal-Recht – das, was „a priori notwendig, d.i. aus Begriffen des äußeren Rechts überhaupt von selbst“ folgt, so Kant (1797/98, Einl. Rechtslehre, § B). Es wird untersucht werden, wie diese Anerkennung der Geltung eines Rechts, das kein Gesetz ist, und die Verwerfung (Ablehnung) eines Teils der (auch in demokratischen Verfahren beschlossenen) Gesetze als ‚Unrecht’ durch die geschlechtliche Konnotierung von Recht und Gesetz attraktiv gemacht wird. Mit dieser Überlegung knüpft das Projekt an Erkenntnisse der bisherigen Geschlechterforschung an, daß Weiblichkeit und Männlichkeit in der Philosophiegeschichte immer wieder als gegensätzliche Prinzipien betrachtet wurden, die andere Dualismen symbolisieren und die ihrerseits von anderen Gegensatzpaaren symbolisiert werden und die sich dadurch gegenseitig stabilisieren. -
Oct 2008
Research: Rechtsstaatlichkeit – ein Instrument imperialer Globalisierung?
Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften (http://www.ifk.ac.at/home.php) · Cultural Studies · Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften (http://www.ifk.ac.at/home.php)Detlef Georgia Schulze (Fellow) · Wien' Das Projekt beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Demokratie und Rechtsstaat in Zeiten ökonomischer Globalisierung und militärischer "Terrorismus-Bekämpfung". Ist es wirklich eine ménage à trois von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und rule of law, wie eine gängige Übersetzungspraxis nahelegt, die in diesen Prozessen durchgesetzt wird? Oder ist es vielmehr die Herrschaft des demokratischen Gesetzes, die in diesen Prozessen einem von Volkssouveränität losgelösten Recht geopfert wird? Das Projekt integriert politik-, kultur- und rechtswissenschaftliche Methoden. Ausgewertet werden sowohl politische und juristische Primärquellen (Gerichtsurteile, politische Menschenrechtsprogrammatiken) als auch wissenschaftliche Sekundärliteratur aus dem englischen, deutschen, kastilischen ("spanischen") Sprachraum. Zur Auswertung dieser Quellen werden Diskursanalyse, De-Konstruktivismus und strukturalistische Sprachtheorie herangezogen. -
Jul 2004
Research: Der Rechtsstaat in Deutschland und Spanien – Politisierung des Rechts und Entpolitisierung der Politik
Freie Universität · Political Science · Freie UniversitätUlrich K. Preuß (applicant and project director until: 5/2005), Sabine Berghahn (project director since: 5/2005) Detlef Georgia Schulze (research associate in charge), Frieder Otto Wolf (further member research group) · Berlin' Financed by Deutsche Forschungsgemeinschaft (http://www.dfg.de/en/index.html) -
Mar 2003
Research: Pilot project 'Der Rechtsstaat in Deutschland und Spanien – Politisierung des Rechts und Entpolitisierung der Politik'
Freie Universität · Political Science · Freie UniversitätUlrich K. Preuß (applicant), Detlef Georgia Schulze (scientist in charge), Frieder Otto Wolf (further member research group) · Berlin' Financed by the Committee for Research of the Freie Universität Berlin (http://www.fu-berlin.de/forschung/service/fk/index.html) -
Apr 1998
Research: Geschlechternormen-inkonforme Körperinszenierungen – Demokratisierung, De-Konstruktion oder Reproduktion des sexistischen Geschlechterverhältnisses?
Humboldt Universität zu Berlin · Gender Studies · Humboldt Universität zu BerlinDetlef Georgia Schulze (doctorand), Christina von Braun and Frieder Otto Wolf (supervisors) · Berlin' postmodern materialist feminism; labour division in households of queer / transgender people; Judith Butler; Monique Wittig; Louis Althusser; Karl Marx. ' The present study dealing with the topic ‘geschlechternormen-inkonforme Körperinszenierungen’ (approximately: body styling / body formation which is contrary to the hegemonic gender rules) is a theoretically based, empirical scrutiny of Judith Butler’s thesis, that there exists a possible connection between queer practices and the subversion of existing gender hierarchy. The thesis explores the relationship between body practices and other practices, especially labour and political practice. The term ‘geschlechternormen-inkonforme Körperinszenierungen’ refers to three practices or three different ways of a person’s behaviour towards his or her own body: it refers firstly to transsexuals, who changed their body physically; secondly it refers to transgender people, who occasionally or permanently do cross dressing in everyday life without having changed their bodies physically; and thirdly on drag kings and drag queens who show a different sex on stage than in everyday life. All people stage a ‘geschlechternormen-inkonforme Geschlechtlichkeit’, that means a gender that doesn’t coincides with their “true” or “natural” sex due to hegemonic criteria. The method of the empirical part of the study consists of obtaining data through the ‘Problemzentriertes Interview’ (problem-focussed interview) invented by Witzel, and the analysis of the data through the ‘Qualitative Inhaltsanalyse’ (qualitative content analysis) invented by Mayring. The study assumes that the deconstruction of domination includes the disappearance of the social groups (in the case at issue: men and women), between whom exists a relation of domination, because that groups are products of the practices of domination. The study shows, that – far from this – there happens within the interviewed sample a permanent reproduction of genders and gender hierarchies. ' Financed by: Heinrich-Böll-Stiftung (http://www.boell.de/)
Education
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Oct 1997–
Feb 1998Humboldt-Univsersität
cultural studies / gender studies · course certificateGermany · Berlin -
Oct 1997–
Feb 1998Technische Universität
Women and Gender Studies (Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung)Germany · Berlin -
Apr 1997–
Jun 1997Universität Potsdam
Social Science / gender studies · course certificateGermany · Potsdam -
Oct 1996–
Feb 1999Freie Universität
Sociology / gender studies · course certificatesGermany · Berlin -
Apr 1990–
Dec 1996Freie Universität
Political Science · Dipl.Pol.Germany · Berlin -
Mar 1988–
Apr 1990Work placement
Berlin -
Apr 1986–
Feb 1988Freie Universität
Law · Intermediate examinationGermany · Berlin
Other
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LanguagesGerman;
English;
Castilian ("Spanish");
Latin
Publications
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Legalität und Legalismus im marxistischen Diskurs
Demokratische Planung und solidarische Ökonomie, Esslingen (Germany); 01/2010
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Rechtsstaat versus Demokratie. Ein diskursanalytischer Angriff auf das Heiligste der Deutschen Staatsrechtslehre
12/2009;
ISBN: 978-3-89691-672-3
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Einleitung: Rechtsstaat und Verrechtlichung – Ein deutsch-spanischer Sonderweg der Ent-Politisierung und Demokratie-Vermeidung?
12/2009;
ISBN: 978-3-89691-672-3
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Rechtsstaat statt Revolution, Verrechtlichung statt Demokratie? Transdisziplinäre Analysen zum deutschen und spanischen Weg in die Moderne
12/2009: pages about 650 (2 volumes);
ISBN: 978-3-89691-672-3
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Die Norm (in) der Geschichte. Die Struktur des Strukturfunktionalismus und die Struktur des Strukturalismus
12/2009;
ISBN: 978-3-89691-672-3
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The Great Difference(s)
Intersections of Law and Culture, Franklin College Lugano; 10/2009
From the common German point of view the Anglo-Saxon courts seem to be considerable more powerful than the continental one’s. But that’s a great myth, which covers only the real hypertrophy of German jurisprudence. In 1689 the British parliament became definitively sovereign; that included its compe... [more] From the common German point of view the Anglo-Saxon courts seem to be considerable more powerful than the continental one’s. But that’s a great myth, which covers only the real hypertrophy of German jurisprudence. In 1689 the British parliament became definitively sovereign; that included its competence to change the case law of the courts. The system of precedents is only a formalised version of something, which we have everywhere: The lower courts tend to acknowledge and to anticipate the jurisdiction of the higher courts. In Britain ‘rule of law’ still means, that the citizen’s personal freedoms are formulated and protected by the ordinary law; not upon any special constitutional guarantee. There is still no constitution higher than the other laws. In the United States there is a constitution and a Supreme Court, which claims to defend the constitution against the ordinary laws, but even the Supreme Court is less powerful than, e.g. the German, Spanish or Italian constitutional courts. The real difference is another difference: In the Anglo-Saxon area there is one academic discipline, one word and one object: law. In German and the Romance languages there is as well one academic discipline (e.g. Rechtswissenschaft in German, Derecho in Castilian [“Spanish”]), but two words and two objects: Recht und Gesetz, derecho and ley etc. Whereas the Gesetze are the statutes set up by the parliament, the term Recht refers, unlike right in English, not exclusively on individual claims or titles, but as well on entireties of norms, e.g.: penal law is in German Strafrecht. The important point is: Recht is not only the entirety of laws (and statutory orders), but it refers as well on extra-statutory Recht, for which is claimed a certain ethical dignity: Extra-statutory Recht is opposed to unjust Gesetze; and the courts are seen as legitimated to annul such laws, even if they are conform with the wording of the constitution. Besides the German government feels legitimated to do illegal actions due to states of extra-legal emergency (übergesetzlicher Notstand) (e.g. in the 1970s: Stammheim, Traube, or recently: shooting down hijacked airplanes [defence minister Jung]). However, the contribution will elaborate the hypothesis, that the opposition of Recht and Gesetz is associated with traditional gender stereotypes, and give some circumstantial evidence from a just prepared research project (e.g. it seems, that Gesetz is associated with passivity, while Recht is associated with activity and drive). Remark: Finally I must cancle my participation
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Constitutionalism without Parliamentarism and even without Democracy – the successful project of Carl Schmitt for the 20th (and the 21st?) century
Kelsen, Schmitt, Arendt and the possibilities of (international) law, Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur, Leipzig; 06/2009
The paper will show, that – despite Schmitt’s merits as political scientist – his writings on law are not to use as glasses for analysing, but as proposals and argumentation to be analysed. His fundamental thesis, which denied any study of law, was that it is impossible to discern norms; each interp... [more] The paper will show, that – despite Schmitt’s merits as political scientist – his writings on law are not to use as glasses for analysing, but as proposals and argumentation to be analysed. His fundamental thesis, which denied any study of law, was that it is impossible to discern norms; each interpretation is, according to Schmitt, decision, i.e.: setting up norms. That his project was anti-parliamentarian, he confessed frankly again and again. That it was anti-democratic, he denied. But his “democracy” was not a system, where the people rules, but were it acclaims. The first attempt to realise his project (the dictatorship of the Weimar President of the Reich, guarded by the Reichswehr) must have failed; there were no social forces, on which that project could rely. The second attempt (relying on the Nazi movement: Der Führer schützt das Recht) was more successful, but only for 12 years. After World War II Schmitt himself was discredited as player, but his ideas still work. Within the changed political and socioeconomic framework the German constitutional court could be (and can be), what Hitler as well as Hindenburg finally not could be: Hüter of a Verfassung (constitution), which is not identically with the Verfassungsgesetze (constitutional laws): The German constitutional court claims for the judiciary the competence, ‘Wertvorstellungen, die […] in den Texten der geschriebenen Gesetze nicht oder nur unvollkommen zum Ausdruck ge¬langt sind, in einem Akt bewertenden Erkennens, dem auch willenhafte Elemente nicht fehlen, ans Licht zu bringen’. (By the way: Compared with the real development of constitutional jurisprudence in a lot of countries, Kelsen’s idea of constitutional jurisprudence seems naïve: Kelsen seriously underestimated constitutional jurisprudence’s gathering a momentum of its own.) The radicalised version of the German post-WWII project is the European Union: Whereas in the FRG the government is elected by parliament and the parliament is only in the aftermath controlled by the constitutional court (and the former willingness anticipates the decisions of the latter), the Hüter der Verträge is the European Commission, which is nominated by the governments of the member states. Besides the Commission has the almost monopoly for making proposals for the European legislation process. Like the German Bundesrat, which represents the governments of the German Länder, the Council of the EU represents the governments of the member states; but it has considerable more influence than the German Bundesrat. Finally the European Court claims, not only to apply, but to develop further European law. Regarding this points neither the failed constitution nor the Lisbon Treaty brought relevant changes (the Parliament still should have only veto power). The EU seems to be the incarnation of the change from Gesetzgebungsstaat to Verwaltungsstaat, about which Schmitt talked. Whereas the German post-WWII model and the EU model are soft versions of anti-legalism and anti-parliamentariam (quasi Schmitt’s state of emergence softened by Smend’s [another famous conservative Weimar jurist] theory of integration), the war on terror brought a even more authentic Schmittianism on the agenda: When asked all these legal questions concerning Guantánamo, US Secretary of Defence Rumsfeld remarked, that he would leave these questions to others, who did not drop out of law school. Finally the paper will ask, whether the handling of the “inherited” torture cases by the Obama administration is a continuation of the violation of the rule of law or whether it makes fundamental political questions again object of democratic political decision making (in contrast to the project of judicialisation of international politics forced by the Germany-led EU) or whether there isn’t any difference between rule of law and democracy at all. – To answer the last question will be not easy, anyhow, the answer will be more complex than the self-righteous European, especially German, US – and now: Obama – bashing.
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Von der Ausschließung zum Klassenkampf?
Grundrisse. 02/2009; 8:49 – 51 and 56.
Grundrisse Jg. 8, H. 29, Feb. 2009, S. 49 – 51 und 56 Fulltext: http://www.grundrisse.net/PDF/grundrisse_29.pdf
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Ist der Rechtsstaat in Gefahr?
[Lecture], Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien; 12/2008
Der Rechtsstaat steht unter Druck - so lautet eine zumindest in der deutschen Wissenschaft und Politik gleichermaßen gängige These. Und weiter heißt es: Die immer neuen Kriminalitätsbekämpfungsgesetze und erst recht der Krieg gegen den Terror beschwören die Gefahr herauf, dass der Rechtsstaat zum Si... [more] Der Rechtsstaat steht unter Druck - so lautet eine zumindest in der deutschen Wissenschaft und Politik gleichermaßen gängige These. Und weiter heißt es: Die immer neuen Kriminalitätsbekämpfungsgesetze und erst recht der Krieg gegen den Terror beschwören die Gefahr herauf, dass der Rechtsstaat zum Sicherheitsstaat wird und auf dem Altar vermeintlicher Sicherheit gerade das geopfert wird, was Rechtsstaatlichkeit ausmacht. Wenn es um die CIA-Geheimgefängnisse in Europa geht, sehen sogar deutsche Konservative den Rechtsstaat nicht durch "Terroristen" und andere "Straftäter", sondern die Rechtsstaatlichkeit durch einen Staat - nämlich die USA - bedroht. Detlef Georgia Schulze vertritt hingegen die These, dass das, was beispielsweise in Guantánamo verletzt wird, gerade nicht der deutsche Rechtsstaat ist. Vielmehr ist das, was dort und genauso im Krieg gegen den "Völkermord im Kosovo" (Scharping) und ähnlichen Projekten zur paternalistischen bis militärischen Menschenrechts-Implementierung verletzt wird, die rule of law - die Herrschaft des demokratischen Gesetzes. Der deutsche Rechtsstaat war schon immer auch Sicherheitsstaat, und das Recht des Rechtsstaats ist im Zweifel gerade nicht das demokratische Gesetz, so Schulze. Das Recht des Rechtsstaats stellte vielmehr sicher, dass der Staat nicht durch "eine Reihe von formalen Methoden, Grundsätzen, Normen und Einrichtungen" gehindert wird, materielle Gerechtigkeit durchzusetzen, wie es Carl Schmitt affirmativ formulierte.
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Der Rechtsstaat ist gar nicht "in Gefahr"
ORF ON Science. 12/2008;
ORF ON Science, 15.12.2008 http://sciencev1.orf.at/science/news/153706
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Die Überwindung von Geschlecht durch queere Praktiken – denk.bar?
Lecture series 'Denk.Bar – Diskussionsforum der SJ Wien', Sozialistische Jugend, Wien; 11/2008
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‚Removing some rubbish’. Radikale Philosophie und die Konstituierung einer Wissenschaft vom Juridischen
10/2008: pages 332 – 352;
ISBN: 978-3-89691-752-2
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Wen schützt das Gesetz? Über die Widersprüche der gegensätzliche Versuche, den Staat mittels Strafrecht zu schützen, und eine Sonderbehandlung politisch motivierten Gesetzesbruchs abzuwehren
Panel „Narrative über Recht als Schutz“ (zus. m. Caroline Wiedmer und Dominique Grisard) beim Kongreß der deutschsprachigen rechtssoziologischen Vereiningungen, Universität Luzern; 09/2008
' Narrative über Recht als Schutz Als eine weitgehend anerkannte Wirkung und Funktion des Strafrechts gilt der Schutz individueller, materieller Rechtsgüter (Leben, Gesundheit / körperliche Unversehrtheit, Eigentum) durch die Strafandrohung. Umstritten ist, ob darüber hinaus auch ideelle Gemein... [more] ' Narrative über Recht als Schutz Als eine weitgehend anerkannte Wirkung und Funktion des Strafrechts gilt der Schutz individueller, materieller Rechtsgüter (Leben, Gesundheit / körperliche Unversehrtheit, Eigentum) durch die Strafandrohung. Umstritten ist, ob darüber hinaus auch ideelle Gemeinschaftsrechtsgüter, also ideologische Werte, und der Staat selbst, d.h. die Instanz, die das Strafrecht definiert und seine Durchsetzung garantiert, mittels Strafrecht geschützt werden sollen bzw., am Maßstab der jeweiligen nationalen Verfassung oder internationaler Abkommen gemessen, geschützt werden dürfen. Darüber hinaus bietet das Recht, oder zumindest das geschriebene Gesetz, nicht nur einen Schutz für die ‚Opfer’, sondern auch für die StraftäterInnen: Der Grundsatz nulla poena sine lege soll das staatliche Strafen für die BürgerInnen, d.h. potentielle StraftäterInnen, berechenbar machen. Die drei Beiträge in dem Panel setzen sich unter folgenden Gesichtspunkten mit Narrativen über Recht als Schutz auseinander: Caroline Wiedmer (Comparative Literary/Cultural Studies) setzt sich vor dem Hintergrund von Kultur, Migration, und Integration mit Female Genital Mutilation (FGM) auseinander. Einen alten Fall von vermeintlich frauenschützender Sondergesetzgebung analysiert Dominique Grisard (Zeithistorikerin): Bis Flugzeugentführungen zu einem öfters genutzten Aktionsmittel insbesondere nahöstlicher Befreiungsbewegungen wurden, kannte das StGB nur die Entführung einer Frau als Straftatbestand, nicht aber die Entführung von Männern. Grisard zeigt, wie eine Ausweitung des Schutznarrativs die Gesetzesänderungen der frühen 1980er-Jahre begleitete. Detlef Georgia Schulze (PolitikwissenschaftlerIn) analysiert die Widersprüche, die auftreten, wenn politische Konflikte mittels anti-„terroristischer“ Sondergesetzgebung ausgetragen werden. Für die Beschuldigten bedeutet dies, daß ihnen der gleiche Schutz des Gesetzes entzogen wird; andererseits liegt darin eine Anerkennung des politischen Charakters des Konflikts. Der „Terrorismus“-Diskurs wird als Narration analysiert, die diesen Widerspruch zwischen Ent-Politisierungs-Interessen und Verweigerung der gleichen Anwendung des Strafrechts versöhnen soll. * Dominique Grisard (Zentrum Gender Studies): „Terrorismus“, Schutz und Geschlecht. Entführung und Geiselnahme im schweizerischen Strafrecht * Detlef Georgia Schulze (FU Berlin): Wen schützt das Gesetz? * Caroline Wiedmer (Franklin College): Konzeptionalisierungen von Schutz in Gesetzestexten zu Female Genital Mutilation
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From the cultural construction of terrorists to the social production of antagonism or: Why social conflict is irreducible to diversity
11th Conference of the European Association of Social Anthropologists, University of Ljubljana; 08/2008
Juridical practices are an important factor in constructing 'terrorism'. When first regarding this position, one could state that 'terrorists' are criminals, who do not enjoy the equal protection of the laws. When doing so, we tend to see 'terrorists' as the mere product of t... [more] Juridical practices are an important factor in constructing 'terrorism'. When first regarding this position, one could state that 'terrorists' are criminals, who do not enjoy the equal protection of the laws. When doing so, we tend to see 'terrorists' as the mere product of that production process, whereas the hegemonic juridical etc. forces are the subjects of this process. It seems likely, that neither the protagonists of the 'war on terror' nor the 'terrorists' will agree with that liberal victimisation of the 'terrorists'. 'Terrorists' are not treated equally, because they are - as the EU Frame Decision on combating terrorism states - aiming at 'seriously destabilising or destroying the fundamental political, constitutional, economic or social structures of a country'. So, maybe it would be useful to test the reverse hypothesis: 'Terrorists' are political enemies who are not considered as political enemies, but instead as criminals. 'Terrorists' are not Others, rather: 'Terrorism' is denied Otherness. Therefore we have to face that contradiction: On the one hand the state tries to deny the political character of 'terrorism' and to treat the 'terrorists' as criminals; on the other hand the state treats 'terrorists' differently to other criminals. But why 'terrorists' are in reality not treated as "normal criminals" as the liberals suggest? Or should we not better ask: What makes it impossible for the state to treat terrorists as "normal criminals"? To answer this question we do not need a theory about the cultural construction of 'terrorists', but rather a theory about the social production of enmity, of political antagonism. Entire conference program: http://www.easaonline.org/conferences/easa08/downloads/easa08_programme.pdf
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Wissenschaftliche Wahrheit und politische Richtigkeit – eine Unterscheidung, an der festgehalten werden sollte
ak. analyse & kritik. 04/2008; 36:33.
ak. analyse & kritik Jg., 36, Nr. 527, 18.04.2008, S. 33 Fulltext: http://www.linksnet.de/de/artikel/21141
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Radikale Demokratie [Review of: Reinhard Heil / Andreas Hetzel (Hg.), Die unendliche Aufgabe. Kritik und Perspektiven der Demokratietheorie, Transcript: Bielefeld, 2006]
Neue Politische Literatur. 12/2007; 52:303 – 304.
Neue Politische Literatur Jg. 52, H. 2, 2007, S. 303 – 304 http://www.peterlang.com/Index.cfm?vID=91473&vHR=1&vUR=2&vUUR=1&vLang=D
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Diesseits der Geschlechtergrenzen: Die Kulturalisierung des Feminismus als Naturalisierung der Geschlechterdifferenz – nebst einem Vorschlag, wie revolutionär Abhilfe zu schaffen ist
Lecture series 'Jenseits der Geschlechtergrenzen', Universität Hamburg; 11/2007
Die These von der sozialen Konstruiertheit der Geschlechterdifferenz bleibt solange für Re-Biologisierungen vereinnahmbar, wie die Existenz von Geschlechtern – und seien es mehr als zwei – nicht in Frage gestellt wird. Anhand sozialwissenschaftlicher Interviews mit transgender people wird gezeigt: W... [more] Die These von der sozialen Konstruiertheit der Geschlechterdifferenz bleibt solange für Re-Biologisierungen vereinnahmbar, wie die Existenz von Geschlechtern – und seien es mehr als zwei – nicht in Frage gestellt wird. Anhand sozialwissenschaftlicher Interviews mit transgender people wird gezeigt: Während die Praxen der befragten Personen von Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen als Beleg für die Instabilität der Geschlechtergrenzen und die Machbarkeit von Geschlecht interpretiert werden, präsentierten die Befragten durchweg essentialistische und vielfach biologistische Erklärungen für ihre geschlechternormen-inkonformen Praxen. Wird dennoch an dem Ziel der Denaturalisierung der Geschlechterdifferenz als wichtiger Voraussetzung der gesellschaftlichen und politischen De-Konstruktion von Geschlechterherrschaft festgehalten, so stellt sich verschärft die Frage nach der geeigneten politischen und theoretischen Strategie zur Denaturalisierung der Geschlechter. Judith Butler hatte zwar schon in „Körper von Gewicht“ gewarnt: „Die Aufgabe besteht [...] nicht darin, Subjektpositionen im existierenden Symbolischen, im derzeitigen Bereich der Kulturfähigkeit, zahlenmäßig zu vervielfachen“. Und Cornelia Klinger unterschied zwischen Multikulturalismus und Dekonstruktivismus. Mit ersterem verbinde sich die Tendenz zur Toleranz, ja Indulgenz gegenüber allen möglichen, undiskriminiert und undiskriminierbar hinzunehmenden kulturellen und historischen Partikularitäten und zu einer weiteren Festschreibung vorgegebener Identitäten. Aus einer feministischen Perspektive müsse, so Klinger, nicht nur beargwöhnt werden, daß Identitäten festgeschrieben werden, sondern darüber hinaus, welche Identitäten damit zu Ehren kommen. Denn aus einer feministischen Perspektive seien keineswegs alle Kulturen gleichwertig und ihre Gleichrangigkeit gleichanerkennenswert. Praktisch dominierte allerdings in der feministischen Diskussion der letzten Jahre – auch bei denen die sich auf dekonstruktivistische Theorieansätze bezogen – die Kritik am tatsächlichen und vielfach auch nur vermeintlichen Essentialismus von Radikalfeministinnen. In der Kritik am Separatismus der Radikalfeministinnen gingen die allermeisten DekonstruktivistInnen ein Bündnis mit jener Haltung der Toleranz, ja Indulgenz gegenüber allen möglichen, undiskriminiert und undiskriminierbar hinzunehmenden kulturellen und historischen Partikularitäten – eben nur nicht gegenüber der der separatistischen Radikalfeministinnen – ein. Biologismus, Essentialismus und Intoleranz gegenüber anderen (insbesondere männlichen und transgender) Identitäten wurde zum undifferenzierten Standard-Vorwurf gegen Radikalfeministinnen. In dem Maße, in dem der Separatismus als intolerant kritisiert wurde, wurden andere Identitäten für unhintergehbar erklärt und damit stabilisiert. Das Ergebnis war genau das, wovor Butler gewarnt hatte: Eine Pluralisierung von Identitäten im existierenden Symbolischen, d.h. unter fortgesetzter Dominanz des Männlichen. Was versäumt wurde, war eine Reformulierung des in der Tat vielfach biologistischen Separatismus des 70er- und 80er Jahre Feminismus als strategische Waffe für eine nicht nur theoretische, sondern auch politische De-Konstruktion der Geschlechter, d.h. als feministischen Stützpunkt gegen fortbestehende Männerherrschaft. In dem Maße, in dem sich paradoxer Weise ausgerechnet der dekonstruktivistische Feminismus von der von Monique Wittig formulierten Perspektive der disappearance der Geschlechter verabschiedete, wurde die Existenz von Geschlechtern zur unhintergehbaren Tatsache. Die Umstellung der Begründung der Existenz von Geschlechtern von einer biologistischen auf eine sozial-konstruktivistische oder kulturalistische Grundlage und das Zugeständnis der historischen Wandelbarkeit ist danach nur eine Variante des Invarianten. Als Abhilfe wird eine Wiedereinführung der Kategorie „Herrschaft“ in feministische Analysen vorgeschlagen. Nur in dem Maße, in dem Prozesse der Konstruktion von Geschlecht als Herrschaftspraxen erkannt werden, wird es möglich sein, anstelle der Indulgenz gegenüber Geschlechtern eine Wiederaufnahme des Kampfes für das Verschwinden der Geschlechter zu setzen. Remark: The lecture was broadcast by the radio Freies Sender Kombination (http://www.fsk-hh.org/transmitter/jenseits_der_geschlechtergrenzen/2007/12/17;); you can download two audio files there: https://smartdrive.web.de/guest?path=Meine%20Musik%20von%20dgsch-berlin&token=50A4CBAFA0239342&locale=de.
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Joanna Buks
Institute Polish Mother’s Memorial Hospital, Łódź, Poland, Gynaecological- Obstetric University Hospital, Department of Mother`s and Child Health, Poznan University of Medical Science,Poland -
Francesca Spagnuolo
Università degli Studi di Pisa -
Jemma Tosh
Manchester Metropolitan University -
Danna Waldman
University of Victoria